Wie man Infrastruktur digitalisiert | Larissa Zeichhardt der LAT Gruppe bei Mittelstars
Shownotes
Wie man Infrastruktur digitalisiert: Larissa Zeichhardt der LAT Gruppe bei Mittelstars
Larissa Zeichhardt führt die LAT Gruppe in Berlin und verantwortet damit eines der wichtigsten Unternehmen für Bahninfrastruktur, Elektromontage, Tiefbau, Sicherheitstechnik und digitale Netzwerktechnik. Sie wuchs auf Baustellen auf, kennt den Untergrund der Hauptstadt wie kaum jemand und bringt mit ihrem Team Robotik, KI und moderne Software an die Gleise. Im Mittelstars Podcast spricht sie darüber, wie man Infrastruktur digitalisiert, warum der Mittelstand bei Deep Tech oft unterschätzt wird und welche Rolle moderne Technologien für die Verkehrswirtschaft der Zukunft spielen. Sie erklärt, wie große Baustellen organisiert werden, was digitale Baustellendokumentation leisten kann und warum klare Entscheidungen und motivierte Teams entscheidend für sichere und effiziente Infrastruktur sind. Eine offene Folge über Führung, Technik, Innovation, KI im öffentlichen Raum und darüber, wie der deutsche Mittelstand Deutschlands wichtigste Systeme jeden Tag am Laufen hält.
Im Podcast spricht Larissa über
- Wie Robotik, KI und Sensorik die Bahninfrastruktur verändern.
- Warum digitale Dokumentation Millionen einsparen kann.
- Wie man Teams führt, die im Tunnel und auf Nachtbaustellen arbeiten.
- Welche Fehler beim Digitalisieren von Infrastruktur am häufigsten passieren.
- Warum der Mittelstand ein Motor für Deep Tech und Innovation ist.
Eine inspirierende Folge für alle, die wissen wollen
- Wie moderne Infrastruktur entsteht und funktioniert.
- Welche Technologien die Verkehrswirtschaft der Zukunft prägen.
- Wie der Mittelstand Innovation praktisch umsetzt.
Unbedingt reinhören – exklusiv bei Mittelstars.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Und dann bist du losgezogen und hast ein Roboter für hundertdreißigtausend Euro gekauft.
00:00:04: Wir haben kein zentrales Kabelkatastrophe.
00:00:06: Das ist doch kein Problem.
00:00:07: Jeder Elektriker kann jetzt ja genau aufschreiben und dokumentieren, wo die Kabel sind.
00:00:11: Hat der Zeit, achtzig Prozent seiner Tätigkeit in Dokumentation zu stecken oder brauchen wir den eigentlich hundert Prozent mit beiden Händen in der Kabelmanufaktion?
00:00:18: Also, wo brauchen wir den?
00:00:19: Mein Vater wollte nicht so gerne über den Nachfolger reden und wir als Geschwister haben aber untereinander aufgeschrieben, was wir machen, wenn der stirbt.
00:00:26: Und dieser Zettel hat uns eigentlich gerettet.
00:00:29: Mittelsstars, der Mittelstands- und Unternehmerpodcast.
00:00:33: Ehrlich, direkt und ungefiltert.
00:00:36: Von und mit Markus Seidel.
00:00:39: Moin und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Mittelsstars.
00:00:42: Mein Name ist Markus Seidel und heute zu Gast ist Larissa Zeichhardt von der Firma LAT.
00:00:47: Ich kenne die Firma noch als Trikotsponsor von Hertha BSC.
00:00:50: Das ist aber mehr als zwanzig Jahre her.
00:00:52: Fakt ist, sie waren mal mehr als zwei tausend achtundund Mitarbeiter und haben den Osten mit Telefonanlagen und Telefonanschlüsse vor allem versorgt.
00:00:59: Wir erfahren, wo uns von zwei tausend achtundund Mitarbeitern auf unter zweihundert runterging, warum ihr Vater Baustellen noch mit dem Helikopter abgeflogen hat und was Roboterhunde für hundertdreißigtausend Euro heute auf ihren Baustellen verloren haben.
00:01:11: Herzlich willkommen, Marissa.
00:01:12: Vielen Dank.
00:01:13: Schön, dass du hier bist.
00:01:15: Schön, dass ich hier sein darf.
00:01:16: Ja,
00:01:17: das ist gar kein Problem.
00:01:18: Ich bin über dich gestolpert und da war mir klar, diese Frau muss zu uns kommen.
00:01:21: Kannst du ein bisschen was über dich erzählen?
00:01:24: Oh wow, ja klar.
00:01:25: Larissa Zeichert, ich bin Geschäftsführerin von LAT, gemeinsam mit meiner Schwester Arabell.
00:01:30: Ich habe zwei Kinder, lebe in Berlin und ich habe jede Menge geile Hobbys und für die irgendwie zu wenig Zeit.
00:01:36: Ja, was
00:01:36: kann als Unternehmerin passieren?
00:01:38: Was macht ein LAT?
00:01:39: Wir arbeiten rund ums Gleis in der Elektromontage und in den Fahrzeugen im öffentlichen Nahverkehr, also Bus, Bahn und Tram.
00:01:46: Also ihr seid Dienstleister?
00:01:48: Also ihr habt kein eigenes Produkt, sondern ihr verbaut Produkte, ihr verlegt Kabel, seid in Bussen und Bahnen mit Sicherheitstechnik, Kameras unterwegs.
00:01:56: Richtig.
00:01:57: Ich sag immer, wir arbeiten mit beiden Händen und haben liebste in Sicherheitskleidung, also in Knallorosch.
00:02:01: Okay.
00:02:02: Lustigerweise, ich kenne LAT noch aus meiner Kindheit, weil auch ich bin als Ossi irgendwann zu Hertha BSC gefahren und ich kann mich erinnern, dass ihr sowohl an einem Bahnhof hier in Berlin sehr präsent wart oder seid mit einem ganz großen LAT Schriftzug und auf den Hertha Trikotsstand LAT.
00:02:18: Das ist so, ne?
00:02:18: Wie lange ist das her?
00:02:20: Boah, also es ist deutlich über zwanzig Jahre her.
00:02:22: Ich war da, ich glaube, ein Moment mal ganz kurz.
00:02:23: Wir müssen rechnen, ist hart.
00:02:25: Ich glaube, ich war sechs oder sieben Jahre alt.
00:02:27: Das kann mal jeder für sich rechnen.
00:02:28: Also ist schon eine Weile zurück.
00:02:31: Und wie kommt man dazu?
00:02:32: Ich meine, ihr habt ein bundesdiger Verein gesponsort.
00:02:34: Das muss so die Zeit gewesen sein, wo es auch so hatte, hat er mal in der Zeit mit Sebastian Deißler und Co.
00:02:37: gab, wo wir echt erfolgreich waren.
00:02:39: Das muss so prima darum die Zeit gewesen sein.
00:02:41: Das hat ja schon eine Menge Geld gekostet.
00:02:43: Wie kommt man dazu?
00:02:45: Also ich habe die Fotos letztens im Archiv gefunden, weil wir heute tatsächlich die harter Frauen wieder unterstützen.
00:02:50: Also wir sind zurück zu unseren Wurzeln.
00:02:52: Aber das Geheimnis liegt vielleicht im Wort Mann, weil mein Vater war der Mann, der damals die harter unterstützt hat.
00:02:57: Es war, glaube ich, eine Reihe von Berliner Unternehmern, die was für den Breitensport tun wollten und sich da im Fußball engagiert haben, damit Berlin ... Ich glaube, tatsächlich war es damals das Ziel, einfach eine Mannschaft in der ersten Liga zu halten.
00:03:09: Also erstmal sehr cool, Sportsponsoring unbedingt weitermachen.
00:03:11: Ihr seid jetzt bei den Frauen aktiv, wir bitte mit der Macht weiter.
00:03:13: Ich glaube, auch Härter oder ein Trigosponsor, ein Houtsponsor würdet ihr sehr, sehr gut wieder machen in den Job.
00:03:17: Aber ich befürchte, das ist sehr teuer heutzutage.
00:03:19: Und wir engagieren uns ein bisschen anders.
00:03:21: Wir engagieren uns eigentlich überall da, wo unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterin aktiv sind, damit wir auch wissen, wie das Geld ankommt.
00:03:27: und tatsächlich eher in den Randsportarten.
00:03:29: Die brauchen einfach mehr und die vermitteln ja auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen von morgen die richtigen Werte.
00:03:35: Ich
00:03:35: glaube, da kommt auch mehr an.
00:03:37: Also es bewirkt, glaube ich, auch deutlich mehr.
00:03:40: Sag mal, jetzt haben wir gesagt, zweite Generation, das heißt, es gab auch eine erste Generation, das ist gerade kurz von deinem Vater gesprochen.
00:03:45: Erzähl mal bitte ein bisschen von der Unternehmensgründung und auch von dem Werdegang, weil das fand ich persönlich wahnsinnig spannend und beeindruckend.
00:03:51: Obwohl
00:03:51: du mir verraten hast, wie alt mein Vater zur Gründungszeit war.
00:03:54: Tatsächlich wurde LAT Ninzeintneunundsechzig gegründet.
00:03:58: Im Hinterzimmer eines Blumsladens hat er uns früher oft erzählt, wie hart es war für ihn angefangen zu haben.
00:04:03: Er ist bei der Post rausgeflogen, da hat er seine Ausbildung abgeschlossen und der Grund war sehr geil.
00:04:08: Der hat Telefonanschlüsse genommen und daraus mehrere gemacht, nämlich weil er selber sein Telefon nicht teilen wollte mit seinen Geschwistern.
00:04:15: Und das war der klassische Krabelschleiß.
00:04:17: Heute gibt's den damals, gab's den nicht, war also sehr innovativ.
00:04:21: Und die Post hat ihn rausgeschmissen und ihm direkt seinen ersten Auftrag mitgegeben.
00:04:24: Der hängt bis heute bei uns im Unternehmen im Flur, um eben, ja ... Telefonanschlüsse herzustellen.
00:04:30: Also, den Vater hat quasi nicht Schule, Studium, Amitur und so weiter, vergiss es.
00:04:34: Er ist nach der besten Fall, als er in der zehnten Klasse abgegangen, hat dann eine Ausbildung bei der Post gemacht, musste diese quasi fast noch unernhaft entlassen, weil er Kabel gespleist hat.
00:04:43: Aber das fanden die so gut, dass sie ihm direkt danach einen Auftrag gegeben haben.
00:04:45: Das war quasi auch der Gründungsfunke.
00:04:47: In dem Moment ist er quasi losgelaufen und hat für die Post Telefonanschlüsse.
00:04:52: Richtig.
00:04:52: Und er hatte überhaupt gar keine Angst.
00:04:54: Also vielleicht war es ja sogar gut, dass er nicht so lange in der Schule war.
00:04:57: Immer unheimlich mutig.
00:04:58: Und als dann die Mauer gefallen ist, hat er auch alle Aufträge angenommen in den neuen Bundesländern, hat diese Hausanschlüsse verlegt, damit das LAT richtig groß geworden.
00:05:06: Du hast es vorhin erwähnt.
00:05:07: Ich glaube, die einzige Aufgabe, die die hatten und die konnten sie irgendwie sehr gut bewältigen, waren Mitarbeiter einstellen.
00:05:13: Immer mehr Elektriker finden, die die Hausanschlüsse bauen.
00:05:18: Osten mit Telefonhausanschlüssen versorgt.
00:05:20: Da habt ihr in der Spitze fast dreitausend Leute auf der Payroll gehabt, die den ganzen Tag Telefonanschlüsse geregt haben.
00:05:26: Ja.
00:05:27: Und darfst du mich vergessen, Tiefbau.
00:05:29: Erst mal die Groove Graben dann den Anschluss legen.
00:05:31: Das
00:05:31: ist ja ein wahnsinnig großes Bauunternehmen auch nach den Neunzigern.
00:05:34: Also es ist ja schon auch eine Zahl.
00:05:35: Es ist aber eindruckend groß.
00:05:36: Ja, wir haben heute noch ein paar Kollegen.
00:05:38: Wir haben tatsächlich eine sehr lange Mitarbeiterzugehörigkeit.
00:05:40: Und wir haben natürlich noch Menschen, die damals schon für LAT gearbeitet haben.
00:05:44: Und wenn die erzählen, dann hört sich das an wie aus so einer ganz anderen Zeit.
00:05:47: Es ist schon immer interessant, den Geschichten zuzuhören.
00:05:50: Da war ich ja selbst noch total klein, ich war ein Kind.
00:05:53: Ja, genau.
00:05:53: Wir haben ja vorhin festgestellt, bei Frauen und Alter darf man das nicht sagen, wir haben so ungefähr dasselbe Bäuer vielleicht auch dasselbe.
00:06:00: Kannst du es ruhig sagen, Einen und Achtzig, ich bin stolz auf jedes Jahr.
00:06:02: Einen und Achtzig, gutes Bäuer,
00:06:03: genau.
00:06:05: Wie waren das als Kind?
00:06:06: Du sagst ja in den Neunzigern, ist das quasi alles, hat noch mal in Geschwindigkeit gewonnen.
00:06:10: Ihr wart alle auf einer öffentlichen Schule, also wart jetzt ja nicht irgendwie so, ne, beschütztes Unternehmerkinderleben und Internahtener Schweiz und so, ihr seid öffentlich in die Schule gegangen?
00:06:18: Ja, kannten meine Eltern auch gar nicht anders.
00:06:20: Die sind ja beide, die haben keinen Abitur gemacht, die waren in Großfamilien und an Nachrichtszeit, also da hat immer das Geld gefehlt für Bildung.
00:06:27: Und ich glaube, wir haben schon eine tolle Schule besucht, aber es war halt so, wie es war, dass man hinlaufen konnte mit dem Bus hin, maximal Busdreistationen.
00:06:34: Und es war auch eine schöne Zeit, also eine totale freie Zeit.
00:06:37: Jetzt müssen wir sagen, bevor die Mauer gefallen ist, Westberlin war ja schon sehr beschützt.
00:06:43: Also vielleicht nicht vergleichbar mit heute.
00:06:45: Für mich war auch immer sehr bemüht, nicht so zu sagen, was meine Eltern machen.
00:06:48: Also es gibt von damals ein Zettel, was machen deine Eltern?
00:06:50: Und ich hab da draufgeschrieben, meine Mutter ist Frisösin und mein Vater ist Tiefbauer.
00:06:55: war an Spahnichtang jetzt ganz der Wald.
00:06:57: Meine Mutter hatte so ein Friseur-Salon, war auch schon sehr früh Unternehmerin.
00:07:00: Mein Vater hatte schon sehr großes Unternehmen mit ihr zusammen aufgebaut.
00:07:04: Aber ich wollte irgendwie nicht, dass es jeder weiß.
00:07:07: Da haben auch meine Eltern viel Wert drauf gelegt.
00:07:09: Das kann ich darauf ankommen.
00:07:11: wie viel jeder mitbringt, sondern welche Werte eigentlich mitgebracht werden.
00:07:14: und der Umgang miteinander.
00:07:16: Die haben uns eigentlich immer verboten anzugeben.
00:07:18: Vielleicht war es ganz gut.
00:07:20: Zum Thema Arbeitssicherheit hast du so eine schöne Anekdote erzählt.
00:07:23: Das musst du unbedingt erzählen.
00:07:25: Also ich glaube, jeder, der Kinder hat und beide Eltern sind berufstätig, kennt dieses Problem.
00:07:29: Der Betreuung früher wurde es ja ganz anders gelöst, nämlich pragmatisch.
00:07:32: Wir sind an jedem Wochenende mit meinem Vater auf die Baustelle gegangen, sind die mit ihm abgegangen.
00:07:36: Und ich erinnere mich gut, dass ich ... da auch balanciert bin auf den Schienen, auf den Kabeltrommeln.
00:07:41: Es war unser Spielplatz.
00:07:43: Natürlich
00:07:43: früh mich auch in so ein Bagger gesetzt.
00:07:44: Es gab da auch nie Bedenken.
00:07:46: Jetzt war ich vor zwei Wochen in der Nachtschicht bei uns und bin auf ... Also, da wurden gerade Schienen durchgetauscht in der U-V.
00:07:52: Und ich hab so einen Gleis gesehen und hab sofort angefangen zu balancieren.
00:07:55: Da kam so ein bisschen der Spiel dran raus.
00:07:57: Ich krieg die Ager gekriegt von dem Sakra.
00:07:59: Weil da ist so was balanciert, man nicht, das kann schiefgehen.
00:08:01: Und dann dachte ich echt, wow.
00:08:02: Von dem Sakra?
00:08:03: Ja, jetzt ist es schuldigung, ist der Sicherheitsposten in der U-Bahn, der ist für unser Leben quasi verantwortlich.
00:08:08: Und hat da drin doch eine große Gefahr gesehen, die ich so nicht erkannt hab.
00:08:11: Ich muss aber sagen, irgendwo hat er rechten.
00:08:13: So ein Gleis kann schon gefährlich sein, besonders die Stromschiene, da ist ordentlich Feuer dahinter.
00:08:18: Ja, aber für mich, ich hab da bis heute ein ganz schönes, also ich hab, ich fühl mich wohl auf einer Baustelle, sagen wir es mal so.
00:08:23: Und das heißt, ihr wart auch stets mit in Rinnstadt nur dabei, also ihr wurdet mitgenommen, ihr konntet euch das alles angucken und dein Vater war aber auch... Taffa, patriarchischer Typ.
00:08:32: Also, der hat das Unternehmen auch sehr strikt, sehr stringent geführt und immer Vollgas.
00:08:36: Ich glaub, noch Taffa war meine Mutter, weil die hat definitiv mich mir zwungen, dazu uns mitzunehmen.
00:08:40: Also, es war bestimmt nicht frei, bitte ich auch.
00:08:42: Wir waren dann immer dabei.
00:08:43: Ich hab da auch alles Mögliche gemacht.
00:08:45: Konfetti hergestellt, die Aufgabe kennt, glaub ich, jedes Kind aus einem Familienunternehmen, mein erster Job.
00:08:50: Und es ging dann so, dass wir immer Aufgaben gekriegt haben.
00:08:53: Irgendwie wurde er mitgemacht.
00:08:54: Ganz gut gefallen hat mich das Löten.
00:08:55: Also, das durfte sich wirklich sehr lange machen.
00:08:58: Irgendwie als die LED-Lampen gerade neu waren, hat mein Vater gesagt, die Beleuchtung, diese Firmenbuchstaben machen wir selber.
00:09:05: Da habe ich mal mit einem, witzigerweise heute unsere Prokoristin, mit ihrem Sohn Florian, Buchstaben gelöhte.
00:09:10: Ich glaube, es ging über Wochen.
00:09:12: Das war ein erstes zu dem Not-Op.
00:09:14: Die einen Buchstabe davon leuchtet heute noch.
00:09:16: Wir haben einen Job gemacht.
00:09:18: Sehr gut.
00:09:18: Ich glaube, das ist auch ein bisschen das Geheimnis der Familienunternehmen.
00:09:22: Wir wachsen ja in unsere Firmen rein.
00:09:24: Wir kriegen diese Leidenschaft irgendwie mit in die Wiege gelegt.
00:09:26: Und heute ... gehört es gar nicht mehr so dazu.
00:09:28: Ich überlege manchmal, ob es schade ist.
00:09:30: Ich nehme meine Kinder nicht so oft mit, auch weil wir Sicherheitsvorschriften haben.
00:09:34: Aber manchmal nehme ich denen damit auch die Chance, unser Unternehmen spielerisch kennenzulernen.
00:09:38: Ich finde, es gehört auch dazu.
00:09:39: Ich führe hier ständig Unternehmer, Kinder, die ausgebeutet wurden.
00:09:42: Ich finde das korrekt und richtig.
00:09:43: Ich sehe das aber wie du.
00:09:44: Meine größere Tochter durft ihr schon mal vierzehn Tage Praktikum machen.
00:09:47: Ich hatte letztens ein Unternehmer hier, sehr beeindruckender, toller Unternehmer, der nimmt alle seine Kinder für ein Jahr immer mit komplett.
00:09:55: jeden Geschäftstermin und so weiter.
00:09:57: Die machen eine Konsultation bei ihm und er sagt, das ist eine ganz, ganz tolle, intensive Zeit für ihn auch.
00:10:02: Also meine Kinder sind zehn und elf und so richtig kann ich mir das nur nicht vorstellen.
00:10:07: Aber wenn die Eltern werden, klar, ich kenne einige Familienunternehmen, die es machen, was bei uns mega gut geklappt hat und was wir sehr gerne machen, ist Nachfolger oder Nachfolgerinnen aus anderen Unternehmen bei uns anstellen.
00:10:20: Also, ich war ja lange im Konzern und wir lernen da schon anders, was Menschenführung bedeutet, weil niemand Angst hat vor, oh, das sind die Kinder vom Chef oder von der Chefin.
00:10:29: Ich glaub, es macht einen Unterschied.
00:10:30: Deswegen, ich halte viel davon zu tauschen, die Unternehmer, Kinder hin und her zu tauschen, damit sie eben Erfahrungen sammeln können, aber nicht in so einen beschützten Raum, weil es tut nicht gut.
00:10:40: Führung muss man schon spüren, auch als von anderen geführt werden, und zwar ohne so einen goldenen Käfig.
00:10:45: Ich glaube, das wäre das allerbeste, ja.
00:10:48: Aber wir sind beide auch besonders guter in uns Goldenen Käfige aufzubauen.
00:10:51: Das muss man leider auch sagen.
00:10:52: Dann komme ich da weg von.
00:10:53: Sag mal, dein Papa hat ja einen sehr hohen Anspruch an sich selbst gehabt.
00:10:57: Die Helikopter-Geschichte muss ich einfach mehr zu erfahren.
00:11:01: Und er wollte ja jede Baustelle eigentlich selbst sagen.
00:11:03: Du sagst ja auch, mein Vater war nicht ganz so stark im quasi... neue Geschäftsführer dazu zu holen und Aufgaben auch abzugeben.
00:11:10: Na doch, sonst wäre er nicht so gewachsen.
00:11:11: Aber was schon Geschäftsführersache ist, am Gleis ist auch bis heute so die Abnahme.
00:11:15: Man müsste von einem Geschäftsführer unterzeichnet werden.
00:11:17: Er als Patriarch war natürlich Geschäftsführer aller Firmen und hatte auch genau eine Prokuristin, seine Assistentin.
00:11:25: Es hat uns am Ende übrigens in der Nachfolge auch gerettet, dass wir eine Prokure hatten.
00:11:29: Aber in der Zeit haben meine Mutter und mein Vater viel überlegt, die schafft es, an so vielen Orten in den neuen Bundesländern zu sein.
00:11:36: Und die einzige Lösung, auf die sie damals gekommen sind, ich hab ja jetzt auch noch kein Internet oder so, war der Helikopter.
00:11:44: Mit meinen peinlichsten Momenten meiner Kindheit verbringe ich mit diesem Helikopter, weil es natürlich ein Konflikt ist, wenn man einerseits so tut, als wenn man ein Bauarbeiter als Papa hat und andererseits dann von so einem Helikopter abgeholt wird.
00:11:55: Nicht so einfach zu erklären.
00:11:56: Aber er muss mit dem Helikopter fliegen.
00:12:00: Okay, aber eigentlich ist er pragmatisch.
00:12:02: Für seinen Case war es eine richtige Wahl.
00:12:04: Es ist eine
00:12:04: voll die spannende Zeit, wenn wir dahin mal zurückdenken.
00:12:07: Was hatten wir für einen Machermut in Deutschland?
00:12:09: Ich glaube, da müssen wir auch wieder hin.
00:12:11: Also, wie viel Mut er hatte, die ganzen Aufträge anzunehmen, ohne zu wissen, ob er die Fachkräfte, die es umsetzen, findet.
00:12:17: Und heute reden wir nur darüber, dass wir keine finden und haben den Mut verloren, Dinge anzugehen.
00:12:21: Und ich glaube, wir sollten dringend wieder dahin, wo er war, dieser Hunger, Sachen anzupacken, Sachen für unser Land zu gestalten.
00:12:29: Zum finden gehört eben auch erst mal suchen.
00:12:30: Das haben die meisten Leute vergessen.
00:12:32: Die meisten Leute sagen mal, es gibt nix und jammern rum.
00:12:34: Da gibt es
00:12:35: so viel Arbeit.
00:12:36: Auf
00:12:37: viel Arbeit und es gibt auch gute Leute, man muss halt suchen das.
00:12:39: Und der Suchprozess ist leider intensiver als früher, aber eben auch durch die Digitalisierung viel besser als früher.
00:12:44: Der Zugriff ist ja auch ein ganz anderer.
00:12:45: Genau, wir jammern auch eigentlich auf einen ganz hohen Niveau.
00:12:47: Also ist der Suchprozess intensiver, wir haben doch viel mehr Talentpools, würde ich mal sagen.
00:12:52: Früher musste man seinen Nachbarn fragen, ob der vielleicht noch ein Sohn oder eine Tochter hat.
00:12:56: Was beschwärmen wir uns eigentlich?
00:12:59: Und sag mal, du bist ja, also du bist ordentlich mitgewachsen.
00:13:01: Hast du es alles mitbekommen?
00:13:03: Und bist du natürlich sofort nach der Schule zu euren Unternehmen, oder?
00:13:07: Nee.
00:13:08: Also ich hab es versucht.
00:13:09: Ich hab es mehrfach versucht bei unserem Praktikum zu machen.
00:13:11: Und ich bin jedes Mal so richtig gegen die Wand gerannt.
00:13:14: Mein Vater und ich, wir sind beides totaler Elfertiere.
00:13:16: Also ich hab ihm natürlich total blauäugig auch erzählt, wie so ein Unternehmen zu führen ist.
00:13:21: Ich hatte tolle Ideen.
00:13:23: Sie hatten alle nichts mit dem wahren Leben zu tun.
00:13:25: Er hat die so zum Teil ertragen.
00:13:28: Aber was mich da immer schon irgendwann geschmissen hat, war diese fehlende, ich durfte nichts entscheiden.
00:13:34: Und ich bin totaler Freund von Entscheidungen.
00:13:36: Ich treffe die unheimlich gerne und auch sehr schnell.
00:13:39: Und wir haben uns dann immer wieder schnell auseinander sortiert.
00:13:41: Also ich habe mehrere Anläufe genommen.
00:13:43: Ich glaube, bei der ersten Anlauf habe ich unsere Website-Design, die er dann nicht hochladen wollte, weil Websites braucht man nicht, war eine andere Zeit.
00:13:50: Ich glaube, beim zweiten durfte ich ewig so mit einem Kabelgretchen Baustellen abfahren.
00:13:56: Wir haben damals für die Amis tatsächlich gearbeitet in Landstuhl.
00:13:59: Kilometerweise.
00:14:00: Und hinter mir ist mir dann an Tag drei aufgefallen, ist immer einer hinterhergelaufen mit dem gleichen Rädchen.
00:14:06: Er hat natürlich nachgemessen, ob ich richtig messe.
00:14:09: Da hab ich gesagt, also geht gar nicht.
00:14:12: Ich hatte ja auch wirklich ein schönes Geschenk, meine Eltern eine gute Bildung genossen.
00:14:15: Und dann ist man so irgendwie quasi überqualifiziert für diesen Job und kriegt noch mit.
00:14:20: trotzdem Vertrauen sie dem Ergebnis nicht.
00:14:23: War nichts für mich.
00:14:24: muss ich aber sagen, hat gut geendet.
00:14:25: Ich war dann sehr lange im Konzern.
00:14:27: Also, ich hab einmal selber gegründet.
00:14:29: Ist auch gegen die Wand gefahren.
00:14:30: Erfolgreich, vor Gericht auseinandergegangen.
00:14:33: Vor der Konzernzeit?
00:14:34: Vor der Konzernzeit.
00:14:35: Bin dann in den Konzern gegangen, hab da am Ende ... als Business Manager die europäischen Geschäfte geführt.
00:14:41: Was
00:14:41: war das?
00:14:41: Welchen Bereich?
00:14:42: Verpackungshersteller, Weltmarktführer, Ballpackaging heißt
00:14:44: nie.
00:14:44: Ball, wieder bald.
00:14:45: Wieder bald machen Getränkedosen für Coca-Cola, Heinekeln und Kuh weltweit.
00:14:49: Steht in jedem Kühlschrank ein Produkt, das fand ich enorm geil.
00:14:52: Okay.
00:14:53: Und
00:14:54: damit hast du richtig Karriere gemacht?
00:14:56: Ja, das hat mich richtig gut... Es hat mir auch echt gefallen.
00:14:59: Ich bin Elektroingenieurin, Produktion und gerade so Massenproduktion ist schon ein Thema.
00:15:02: Da gehen dreieinhalb Millionen Dosen vom Band und ich fliege einfach so runter.
00:15:07: Ist ein anderes Tempo als im Tiefbau, kann ich nicht anders sagen.
00:15:11: Das hat mir gut gefallen.
00:15:13: Mein Vater ist aber in einem Herzinfarkt gestorben und wir hatten die Nachfolge nicht so richtig geplant.
00:15:19: Werbung.
00:15:21: Der heutige Partner der Folge ist Personio, einer der führenden Anbieter für HR Software in Europa, speziell für kleine und mittelständische Unternehmen und außerdem unser Partner der Wahl, wenn es um das Thema Personal geht.
00:15:33: Wir infassen dem Bereich ermöglicht KI auch hier ganz neue Möglichkeiten und natürlich schauen wir, wie KI im Personalmanagement Prozesse effizienter gestalten kann.
00:15:42: Ihr kennt das ja aus meinem Podcast, entweder es kostet Zeit, oder es kostet Geld.
00:15:47: Und wer KI richtig einsetzt, kann sich damit einen echten Vorteil verschaffen.
00:15:51: Genau an dieser Stelle setzt Personio mit dem Personio Assistant an.
00:15:54: Als integrierte KI-Funktion unterstützt der HR-Teams im Hintergrund, indem er Daten analysiert, Vorschläge liefert und so Transparenz für bessere Entscheidungen schafft, ohne dabei die menschliche Verantwortung aus dem Blick zu verlieren.
00:16:07: Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte und wissen will, wie KI auch beim Thema Personal zu mehr Effizienz führen kann, schaut sich am besten die KI-Experten-Tipps von Personio an.
00:16:18: Den Link dazu und zu Personio selbst findet ihr wie immer in den Shownotes.
00:16:22: Oder meldet euch einfach direkt bei mir und ich mache eine Intro.
00:16:25: Und jetzt zurück zum Podcast.
00:16:28: Werbung Ende.
00:16:30: Also so richtig von heute auf morgen.
00:16:32: Da war nichts mit Herzenfakt fertig.
00:16:34: Ja.
00:16:34: Er hatte ihn verfertigt.
00:16:36: Er hatte nicht jetzt einen
00:16:37: gesündesten
00:16:38: Lifestyle.
00:16:39: Also kein Renten, der war mittendrin, er hat nur dabei.
00:16:41: Er war neunundsechzig und mittendrin.
00:16:43: Und er hatte uns auch gerade vorher gesagt, dass er auf jeden Fall noch zehn Jahre macht, was soll er denn sonst tun?
00:16:47: Ja, im Einglück, also wir hatten wirklich viel Glück im Unglück.
00:16:50: Meine Schwester war schon zehn Jahre im Unternehmen.
00:16:53: hat jeden gekannt bei uns im Team.
00:16:54: Aber nicht als Geschäftsführerin.
00:16:56: Die war als Tents unterwegs.
00:16:57: Natürlich
00:16:58: war die keine Geschäftsführerin.
00:16:59: Also es gab es natürlich niemanden.
00:17:02: Stopp kurz, ihr seid vier Schwestern, ne?
00:17:04: Ja, wir sind vier Schwestern und der hat einen Tiefbau-Bud.
00:17:07: Also euer
00:17:08: Vater hat nicht damit gerechnet, dass ihr so strukturiert übernehmt auch, oder?
00:17:11: Nee, aber Frauen werden in der Nachfolge auch bis heute unterschätzt, also man kann ihm gar kein Vorwurf machen.
00:17:15: Es gab jetzt nicht viele Vorbilder in dem Bereich.
00:17:17: Ja, das Gegenteil.
00:17:18: Es gab viele Geschichten, wo es schief gegangen ist oder eben auch diese typischen Geschichten, der Mann kann es ja machen.
00:17:23: Ich wurde auch in den ersten fünf Jahren regelmäßig gefragt, wann mein Mann endlich ins Unternehmen kommt.
00:17:27: Ich glaub, meine Schwester auch.
00:17:29: Natürlich, deine Schwester hat dich gefragt.
00:17:30: Nein, nein, meine Schwester hat mich nicht gefragt.
00:17:31: Die wurde gefragt.
00:17:32: Die wurde natürlich auch gefragt, ja.
00:17:34: Und es war so ironisch, weil sie sich ja eigentlich schon ... voll einen Namen erarbeitet, hat auch viel Gutes gemacht, hat unsere Firma tolle Firmenbereiche eröffnet, hatte und trotzdem kam immer diese Frage.
00:17:43: Wir sind halt ein sehr altes Gewerbe, muss man einfach sagen.
00:17:46: Verkehrswirtschaft ist alt und wenig Frauen, ich glaube sieben Prozent in den Führungspositionen bis heute.
00:17:51: Erwandert auf den Mann.
00:17:53: Dein Vater ist gestorben.
00:17:55: Du warst damals bei dem Konzern.
00:17:56: Du warst, glaube ich, schwanger mit dem zweiten Kind, das du mir vorhin erzählt.
00:17:58: Deine Schwester warst schon unter den Nicht-Geschäftsführerinnen.
00:18:01: Wie war deine Reaktion?
00:18:02: Also, wir hatten eine Sache richtig gemacht als Geschwister.
00:18:05: Mein Vater wollte nicht so gerne über die Nachfolgerinnen und verstehen heute mehr als früher.
00:18:09: Er will schon gerne darüber reden, wenn er
00:18:11: stirbt.
00:18:11: Genau.
00:18:12: Schwieriges einfach Thema.
00:18:13: Er hat es gelassen und wir als Geschwister haben aber untereinander mal wirklich so auf dem Zettel mit Bundstiften.
00:18:19: Beim Essen irgendwann mal aufgeschrieben, was wir machen, wenn der stirbt.
00:18:22: Wir haben aktiv gespielt, was wäre wenn.
00:18:25: Und es hat uns gerettet.
00:18:26: Weil dieser Moment, da kommt viel aufeinander, das Unternehmen verliert die Führung.
00:18:30: Auch eine rechtliche Führung.
00:18:32: Also kein Geschäftsführer, immer schlecht für ein operativ-aktives Unternehmen.
00:18:35: Gleichzeitig haben wir unseren Vater verloren.
00:18:38: Und dann bricht aber so alles auf dich ein.
00:18:40: Die Banken kommen, bevor die irgendwie ... Ihr Beileidbekunden fragen sich schon, wie sieht das aus mit unseren Krediten?
00:18:46: Alles passiert auf einmal.
00:18:48: Die Kunden haben kein Vertrauen in uns so am Anfang gehabt.
00:18:51: Und dieser Zettel hat uns eigentlich gerettet, weil wir haben erst mal stupide abgearbeitet, was da draufstand.
00:18:56: Jeder hat die Rolle genommen, die vorher vereinbart war, auch komplett ohne Streit.
00:19:01: Also wir haben uns da einsortiert.
00:19:03: und da vier Schwestern auch nicht typisch.
00:19:04: Der Erbschaftssystem, was auch.
00:19:06: Voll viel auf einmal.
00:19:08: Also die erste Erbschaftssteuerbeleg kommt ja auch, bevor man so einen richtigen ... Man hat kein Sterbeurkund, aber die melden sich schon.
00:19:16: Finanzamt ist schnell.
00:19:18: Aber viel härter fand ich dann auch, die Ruhe zu bewahren untereinander.
00:19:22: Wir hatten da einen Punkt darauf geschrieben, wir wollen mit einer Familienpsychologin arbeiten und haben den auch sehr schnell umgesetzt.
00:19:27: Und bis heute sind wir als Geschwister, wir haben eine Wahnsinnsstreitkultur, wir streiten unheimlich gerne, aber wir sind uns immer einig in den wesentlichen Dingen und wir gehen gerne zusammen essen.
00:19:37: Ich find's höchst gut, dass wir uns als Geschwister
00:19:40: haben.
00:19:40: Und ihr klärt vom Schlafengehen noch mal das alles in Ordnung.
00:19:43: Es hat Zehmer bitte.
00:19:44: Weißt du, sehr schön finde ich.
00:19:45: Ja, meine Mutter hat immer viel darauf geachtet.
00:19:47: Wir durften nicht schlafen gehen, bevor wir uns vertragen haben.
00:19:50: Und es ist bis heute beigeblieben.
00:19:51: Das heißt, wir streiten auch eher in der Sache.
00:19:54: Also es gibt selten und private Dinge.
00:19:55: Aber wenn man sich auch mal so anzickt und vier Frauen passierten, dann ist es schon so, das ist ein ungeschriebenes Gesetz.
00:20:01: Da wird vorm Schlafengehen noch mal angerufen, ist alles okay.
00:20:05: Oder wenigstens irgendeine WhatsApp geschickt.
00:20:06: Also das lassen wir so nicht im Raum stehen.
00:20:09: Das heißt, du hast dem Konzern dann auch den Rücken entkehrt sofort bis in das Unternehmen rein.
00:20:14: Das Unternehmen war damals nicht im besten Zustand der Welt.
00:20:17: Also von zwei tausendachter Mitarbeitern reden wir schon gar nicht mehr.
00:20:19: Das Unternehmen hatte quasi eine Hochphase.
00:20:21: Den Vater hat es aber auch in der Phase wieder runter begleitet.
00:20:24: Der war zu hundertvierzig hundertdreißig Leute, als ich
00:20:26: ihn übernommen habe.
00:20:27: Nee, und
00:20:27: da fast unterknappen.
00:20:29: Und hab damals aber Pimal Daumen auch die drei Geschäftsbereiche gehabt, die ihr heute habt.
00:20:33: Was heißt Tiefbau?
00:20:34: Also wir hatten genau Tiefbau, Elektromontage und Sicherheitstechnik.
00:20:38: Damals also allerdings alles analog.
00:20:40: Also wir haben gleich in den ersten drei Jahren unsere Sicherheitstechnik, die Komponenten umgestellt, auf digitale Komponenten, bauen heute damit auch viel auf, also haben viel KI-Themen, die wir mit Tech Startups eigentlich umsetzen und da auch sehr happy mit sind.
00:20:53: Aber ja, der Geschäftsbereich, gerade im Infrastrukturbau, war gleich, wie wir die Sachen dokumentieren, wie wir die umsetzen, wie unsere Teams geführt werden.
00:21:02: Müsstest du jetzt auch mal reinfragen bei LAT, aber ich würde sagen, es ist eine dreihundertsechzig-Grad-Wende.
00:21:07: Also wir sind wieder an einem guten Punkt angekommen, aber wir machen es komplett anders.
00:21:10: Genau, also im Endeffekt macht ihr noch dieselben Themenreiche, aber ihr geht sie ganz anders an.
00:21:14: Ich stelle mir auch gerade vor, wie krass es ist, wenn quasi zwei, machst du ja mit der Schwester zusammen, wenn zwei Frauen so ein Tiefbauer oder so ein Unternehmen übernehmen, das hat ja auch damals, damals ist nur zehn Jahre weg, aber die Zeit ist ja tough auf dem Bau für Frauen immer und auch das ist ja heute auch nicht mega
00:21:28: einfach.
00:21:28: Du bist immer herzlich begrüßt, aber aus dem falschen Grund.
00:21:30: Genau,
00:21:31: genau.
00:21:33: Ja, und ehrlich gesagt, aber es geht, glaube ich, vielen Nachfolgern da gleich.
00:21:36: In dem Moment, wo du in die Nachfolge gehst, wird dir deine komplette Kompetenz erst mal abgesprochen.
00:21:41: Weil ich bin Elektroingenieurin, ich habe in der Produktion gearbeitet, in dem Hightech-Bereich.
00:21:47: Aber jetzt sagen wir mal so, es wären heute noch alle nervöswändlichen Kabel in die Hand nehmen.
00:21:52: Siehst du die Schweißperren bei den Bauleitern schon ordentlich fließen?
00:21:57: Das ist anders als in einem Konzern.
00:21:59: Auch internationale Konzerne sind viel gemischter aufgestellt.
00:22:03: Ich habe an der amerikanischen Uni zuletzt studiert, da waren wahnsinnig viele Frauen auch.
00:22:07: In Deutschland sind ja dann noch sehr monotonen unterwegs, um es vorsichtig auszudrücken.
00:22:11: Und die ging es dann im Konzern auch sehr gut.
00:22:13: Also gutes Gehalt, du hast sich das sehr wohlgefühlt, warst acht oder neun Jahre da, hast du eine Heere gemacht, also es hat ja auch weitergehen können.
00:22:19: War auch
00:22:19: mein Ding.
00:22:20: Weltmarktführer, international.
00:22:22: hat Spaß gemacht.
00:22:24: Doch, ich habe es schon geliebt.
00:22:25: Also ich wäre vielleicht immer noch in dem Job, obwohl Veränderung tut auch gut.
00:22:29: Und ich muss sagen, eine Sache ist total anders.
00:22:32: Die schätze ich auch als Unternehmerin.
00:22:34: Bei uns ist so ein großer Zusammenhalt.
00:22:36: Wir sind bei LAT eine Familie.
00:22:38: Und ich weiß viel mehr über meine Kollegen und Kolleginnen, als ich im Konzern je über irgend einen gewusst hätte.
00:22:44: Und wir leben auch miteinander.
00:22:46: Ich glaube, was es vorhin auch erzählt, ist einfach schön, über diese Zeit auch die Familien kennenzulernen, mit denen auch Dinge zu erleben, auch Erfolge zu feiern.
00:22:55: Da gab es der große Unterschied, Familienunternehmen zu konzernen.
00:23:00: Ich sag manchmal, meine Mitarbeiter haben LAT auf dem Herzen tätowiert.
00:23:04: Aber die Wahrheit ist, unsere Herzen sind untereinander verbunden.
00:23:07: Hört sich jetzt megaisoterisch an.
00:23:09: Aber wir kämpfen da schon alle für die gleiche Sache.
00:23:11: Das ist definitiv so.
00:23:12: Auch bei uns.
00:23:12: Ich liebe alle meine Mitarbeiter für auch die Dinge, die sie gut können.
00:23:16: Wir sind als Menschen so eine Kurse.
00:23:17: Bei mir arbeiten nur gute Menschen.
00:23:20: Ich weiß auch, was sie nicht ganz so gut können, aber das spielt überhaupt keine Rolle.
00:23:23: Also auch die Fokus darauf zu haben, die Menschen dort zu fördern, was geht, sie auch dafür quasi zu bewundern und gern zu haben, das muss man sich herausnehmen, weil nur so funktioniert.
00:23:31: Familienunternehmen im Mittelstand, das ist so.
00:23:33: Ich fand es immer interessant, am Konzern haben wir viel über Employer Branding gesprochen, ihr habt es überhaupt nicht verstanden, die Diskussionen, aber die waren halt relevant, weil viele so oft gewechselt haben.
00:23:43: Also vielleicht mussten sie die Führung neu branden, aber die selber waren sich schon sicher, wo sie hingehören.
00:23:47: Und sag mal euer Alltag, ich habe ja gelernt, ihr sitzt gar nicht so weit weg von uns, wir sitzen ja in Lichtenberg in Berlin, ihr sitzt in Friedrichshain.
00:23:52: Und da habe ich gefragt, wie jetzt, da kommen über hundert Leute irgendwie jeden Tag hin, ihr habt LKWs, Arbeitsschuhe, Bauwerkzeuge, das gesagt, ja, achtzig Prozent unserer Mitarbeiter arbeiten mit ihren Händen jeden Tag.
00:24:04: Also ihr seid ein hochoperatives Bauunternehmen.
00:24:07: Richtig, aber wie so ein gutes modernes Unternehmen und das war die Baustelle schon immer sind wir trotzdem dezentral unterwegs.
00:24:12: Also unsere Bauleiter sind auch auf ihren Baustellen.
00:24:14: Es gibt immer so schöne New-Work.
00:24:16: Ohne Schauer.
00:24:17: Meistens haben sie Glück, haben wir einen guten zwei-Weh-Gebagger.
00:24:20: Wenn sie Glück haben, im U-Bahn-Tunnel passt der nicht rein, das härter.
00:24:23: Aber ich sage immer, ich liebe diese New-Work-Bezeichnung, den typischen Scrum und so.
00:24:29: Also wer auf die Baustelle geht, der wird schnell feststellen, als haben wir da alles, das heißt nicht so modern.
00:24:33: Aber natürlich ist dort eine klassische Runde oder Stand-up-Meeting.
00:24:37: Klar, es gibt es auf der Baustelle in Stand Up Meeting.
00:24:39: Und es ist auch effizient.
00:24:40: Aber wir profitieren davon, dass wir diese dezentralen Strukturen liegen in der Natur der Sache bei uns.
00:24:46: Und für uns oder für mich und meinen Schwester ist Digitalisierung auch ein einfaches Thema gewesen.
00:24:50: Wir müssen sagen, guck mal, für alles ein Mehrwert da, die müssen am Ende des Tages nicht die Zettel hier reinfahren.
00:24:56: Friedrichshein ist jetzt auch nicht so geil im Berufsverkehr.
00:24:59: Ist dann relativ schnell.
00:25:01: Also ja, wir ... Parken auch Lkw mit einem Blick auf den Fernsehturm, das hast du richtig erkannt.
00:25:07: Aber bestenfalls sind die eigentlich draußen unterwegs und es gibt vielleicht zwei Tage im Jahr Weihnachten, wenn wir mit viel Glück nicht arbeiten, das versuchen wir immer.
00:25:15: Und den ersten Weihnachtsfeiertag, wo wirklich viele Fahrzeuge bei uns zu Hause sind.
00:25:19: Aber ansonsten wirst du da nie den Vorpark sehen.
00:25:22: Ihr habt ein sehr digitales Bauunternehmen geschaffen.
00:25:24: Ich kenne auch viele Bauunternehmen, sei es was du erzählt hast, klingt.
00:25:27: extrem digital.
00:25:28: Aber sagen wir, wer sind eure Kunden und was macht ihr eigentlich für die?
00:25:32: Also, dass man das mal bildhaft auch versteht, mit wem arbeitet ihr zusammen?
00:25:35: Ja, stimmt.
00:25:36: Also, im Endkundenbereich, Infrastruktur baut es natürlich die Deutsche Bahn.
00:25:40: Der gehört ein großer Teil der China-Infrastruktur in Deutschland.
00:25:44: Wir sind aber selten direkter Auftragnehmer, hinterher ist sehr große Ausschreibung, wir arbeiten gerne für Siemens Mobility, aber auch für Hersteller von verschiedenster Technik, ob das jetzt Alstom ist oder auch neue wie Conux, Axlotrack, die machen so weichen Sensorik, wir bauen halt auch Sensorik ins Gleis.
00:26:00: Ihr bringt das Kabel, dort haben wir es hingehört.
00:26:02: Ja, und nicht nur das Kabel, gerne auch die Leiter dazu.
00:26:04: Viel Spaß, Kabelleiter, ein super Produkt von uns.
00:26:07: Schaltränke,
00:26:08: alles.
00:26:10: Genau, also wir arbeiten sehr gerne im Starkstrombereich.
00:26:12: Gerade in Berlin und in Hamburg gibt es die Stromschiene, das ist das dritte Gleis, so was machen wir.
00:26:18: Und dann gibt es ja noch mal den ganzen Fahrzeugbereich und da sind die Betreiber im Nahverkehr unsere Kunden.
00:26:23: In Berlin die BVG, dann die Kölner Verkehrsbetriebe.
00:26:26: Ihr arbeitet auch in Köln?
00:26:27: Ja.
00:26:27: Okay, krass.
00:26:29: Ja.
00:26:29: Unsermal BVG hast du mir vorhin was ganz Spannendes erzählt.
00:26:31: Ich habe ja wieder was über die BVB gelernt.
00:26:32: Ich als Berliner, der ja auch ab und zu Bahn fährt, erzähl mir bitte nochmal, was die BVG nämlich in Wirklichkeit ist.
00:26:37: Das sind die Berliner Verkehrsbetriebe.
00:26:39: Europas größte Nahverkehrsunternehmen.
00:26:42: Es ist Europas größtes Nahverkehrsunternehmen, weil es die Besonderheit gibt, dass die BVG was alles betreibt.
00:26:47: Bus, Bahn, Tram und sogar Ferien.
00:26:49: Ich weiß nicht, ob es zwei oder drei sind an der Zahl.
00:26:52: Was normalerweise entsteht, anders aufgesplittet ist, meistens gibt es für alles ein Unternehmen.
00:26:56: für alles Einzelne Unternehmen.
00:26:57: Bei uns ist das ein Unternehmen.
00:26:59: Ja, manche, also deutsche Städte gerade nach haben ja auch einfach, sind kleiner von der Fläche her als Berlin.
00:27:04: Die betreiben bestimmt auch alles zusammen.
00:27:05: Köln zum Beispiel macht auch Straßenbahn und, also die das ist auch in einer Hand.
00:27:10: Aber ja, die BVG ist echt groß und die macht einen verdammt guten Job.
00:27:13: Das wird in Berlin nicht so gesehen, aber die transportiert eine Menge Menschen von A nach B. Und ich muss auch sagen, was dort Modernisierung angeht.
00:27:20: Jetzt sieht man ja als Endverbraucher nicht so viel, aber die... wo man zum Beispiel ist, auf dem besten Weg autonom zu werden.
00:27:25: Nicht Stufe fünf, aber da bauen wir gerade zum Beispiel auf der U-Fünf eine Menge ins Gleise, um so was möglich zu machen.
00:27:32: Wir haben auch eine sehr gute Sicherheitstechnik.
00:27:34: Jetzt müssen wir sich aber sagen, wir haben vorhin ein bisschen drüber geredet.
00:27:37: Wir haben ja auch als Bewohner dieser Stadt eine Aufgabe und wir können nicht immer alles auf die Verkehrsbetriebe schieben.
00:27:42: Ich wollte gerade sagen, ich fühle hier den ganzen Tag von den Mitarbeitern, Bahn fährt aus, Bahn ist dreckig, Bahn kommt später und so weiter.
00:27:48: Erzähl mal dazu ein bisschen was.
00:27:49: Wir sehen das natürlich nur aus Endkundensicht.
00:27:52: gleich zu anderen Städten auf der Welt.
00:27:53: Was ist gut und wo geht es aber noch besser auch?
00:27:56: Was können wir vielleicht besser
00:27:57: machen?
00:27:57: Ich glaube, als Fahrgast selbst, auch und ich fahre gerne ÖPNV und viel, da haben wir so drei Dinge, die wir haben wollen.
00:28:03: Sicherheit, Sauberkeit, Tündlichkeit.
00:28:05: Das haben wir auch längst erkannt, also da haben wir auch die Verkehrsunternehmen erkannt.
00:28:08: Aber wenn wir jetzt zum Beispiel über Sauberkeit reden, dann bedeutet es auch, dass jeder von uns seinen Kaffeebecher wieder mitnehmen muss.
00:28:14: Es bedeutet auch, dass es schön wäre, Steuergelder zu sparen, indem wir nicht so viel Graffiti-Beseitigung haben.
00:28:18: Aber es ist ja ein Kult in Berlin.
00:28:20: Alles muss angesprüht werden.
00:28:22: Das sind aber genau die Gelder, die dann fehlen, um neue Fahrzeuge zu beschaffen.
00:28:25: Und ich finde es sollte uns als Bürgern von Berlin irgendwann mal klar werden, dass das unser System ist und dass wir einen Beitrag dazu leisten können, dieses System zu pflegen.
00:28:33: Und wir haben vorhin darüber geredet, ich war gerade in Tokio.
00:28:35: Es ist kein modernes System dort.
00:28:38: Die Züge sind zum großen Teil älter als in Berlin.
00:28:41: Die
00:28:41: haben ältere Züge als hier.
00:28:42: Aber
00:28:43: in der Mega-Zustand.
00:28:44: Top gepflegt, dort darf drin nicht gegessen werden, darf nicht laut geredet werden, nicht laut telefoniert werden, es gibt Regeln.
00:28:50: Und im Grunde bedeuten die Regeln nichts anderes, als ich respektiere meine Mitfahrer.
00:28:54: Ich respektiere meine Mitmenschen und ich gehe gut mit den Dingen um.
00:28:58: Und dann müssen wir jetzt in Deutschland mal so ein bisschen an die eigene Nase fassen.
00:29:01: Wann fangen wir damit eigentlich wieder an?
00:29:03: auch den eigenen Müll einfach mitzunehmen.
00:29:05: Ist wer an der Zeit?
00:29:06: Also
00:29:06: Sassau, wir behandeln auch unser Eigentum, das Eigentum des Staates.
00:29:10: Echt scheiße.
00:29:10: Das muss man auch mal sagen.
00:29:12: Also in der S- und U-Bahn wird Döner gegessen, das mit dem Stift zu beschmieren ist völlig in Ordnung, Scheiben einzuschlagen, ist irgendwie noch die Kohladose stehen zu lassen.
00:29:19: Genau.
00:29:20: Das gibt es eben zum Beispiel in Korea nicht.
00:29:22: Darauf wird Peniebe genau geachtet und deswegen können die auch anders haushalten.
00:29:25: Deswegen fahren die Bahnen vielleicht auch zehn oder zwanzig Jahre länger.
00:29:28: Was ja auch in Euro ausgedrückt, reden wir über schnell über, über zig Millionen.
00:29:31: Ja,
00:29:32: was können wir damit in Berlin, weil in Berliner Verkehrsbetrieben alles machen?
00:29:36: Also, man muss schon sagen, es ist ein System, in das viel investiert wird.
00:29:39: Ja, man kann sagen, die Infrastruktur ist alt, super, ist überall übrigens so und das kann man auch weiter gut modernisieren.
00:29:47: Aber diese kleinen Nebenbaustellen, die sollten wir alle zusammen angehen.
00:29:50: Ein Thema von Stuttgart, einen zwanzig.
00:29:51: Also ich kenne Stuttgart, einen zwanzig ja nur aus.
00:29:54: Schlimmste Katastrophe, kostet viel zu viel Milliarden, alle schiefgegangen.
00:29:57: Und Ko, brich mal eine Lanze auch für so eine Sache, damit wir endlich mal wieder hören, dass es gut ist und dass wir auf einem richtigen Weg auch bei ein paar Sachen sind.
00:30:03: Also ich glaube ohnehin, dass wir aus Fehlern viel lernen können.
00:30:06: Ich glaube aber auch, dass in Stuttgart viel politisch zerrissen wurde.
00:30:09: Und dort wurden Baumethoden angewendet, gerade in dem ganzen digitalen Bereich, die sensationell gut waren.
00:30:14: Also die Projektleiter fort haben zum Beispiel mit Quartro Copzan gearbeitet und gemessen, wie viel ... Baumaterial, die haben auch Sachen direkt in BIM eingespeist.
00:30:24: Das ist das Badensystem, also ist DB-konform digital quasi die Baustelle nachzuziehen, sowieso ein digitaler Zwilling.
00:30:32: Und ich fand, was dort gemacht wurde, war genial.
00:30:36: Die haben so viele Dinge ausprobiert und umgesetzt und sowas sehen wir aber gar nicht, weil die Presse schreibt eigentlich ja nur, fährt der Zug, fährt er nicht.
00:30:44: auch was dort architektonisch geschaffen wurde.
00:30:46: Ich kann das eigentlich jedem empfehlen, da mal vorbeizuschauen.
00:30:48: Ich bin immer wieder begeistert von diesem Bahnhof.
00:30:51: Es ist ja auch ein Riesen, wenn man das mal technisch anschaut, ist ein Riesenverkehrskreuz, was in Deutschland eine Menge bewegen wird.
00:30:58: Und wir tun dann immer so, als wenn es einfach nur, weil das nicht ein Familienhaus ist, ist ein super Komplex.
00:31:04: Und wir haben durch Corona, durch dort gebaut, da redet ja keiner drüber.
00:31:08: was da alles eigentlich denen in die Quere gekommen ist und viele neue Techniken getestet.
00:31:12: Auch diese Roboter-Idee, die habe ich natürlich von Stuttgart-I.
00:31:16: Das nebenbei so viel Innovationen entwickelt worden, in unser System geflossen und finde ich auch perfektioniert worden, da sollten wir mal genauer hinschauen.
00:31:24: Also sagst
00:31:24: du, das ist ein ganz modernes Bauwerk, was nicht mehr, da müssen nicht mehr Akten vor AB getragen werden, um zu gucken, welche Leitung geht eigentlich um, dass das alles vernünftig aufgenommen worden, gebaut worden, geplant worden.
00:31:34: Und das Lustige ist ja, wenn man das so hört und liest, Ich meine, selbst wenn so ein Flughafen ein bisschen teuer ist, oder vielleicht auch so ein Stück an einen zwanzigviel zu teuer ist, das ist ja ein Investment, das wird diese Stadt hundert Jahre prägen, mindestens.
00:31:45: Das ist einer der größten Verkehrsknotenpunkte Europas.
00:31:48: und das Lustige ist die Leute, die zwei Prozent Zinsen auf ein Sparbuch akzeptieren, können aber nicht durchrechnen, dass sich vielleicht so ein Riesenbahnhof erst in dreizig, vierzig Jahre, fünfzig Jahre lohnt.
00:31:56: Eigentlich glaube ich sogar schneller und wir haben mittlerweile sogar Studien, die nachweisen, dass jedes Investment in Infrastruktur und gerade in öffentlichen Nah- und Fernverkehr sich mehrfach auszahlt.
00:32:06: Da hat die DB eine Studie zugemacht, fiel total spannend, wird nirgends gedruckt.
00:32:10: Also eigentlich ist es eine saubere Investition, die sich immer lohnt.
00:32:14: Jetzt darf man damit natürlich nicht entschuldigen, dass sämtliche Bauwerke in Deutschland immer länger brauchen und die Nebenkosten explodieren.
00:32:20: Da machen wir keinen guten Job.
00:32:21: Aber
00:32:21: überall, auf dem Einfamilienhausbereich.
00:32:23: Ja, aber auch da müssen wir uns wieder an die eigene Nase fassen.
00:32:26: Vier Tage Woche passt natürlich nicht zusammen zu fertig werden.
00:32:28: Also wenn wir voll arbeiten, sind wir auch püglich fertig.
00:32:32: Und da muss ich sagen, mich aber auch stolz auf meine, also gerade die Elektriker im Gleis und die Monteure, Feiertags am Wochenende, Nachts, die arbeiten und die ziehen voll durch.
00:32:41: Die höre ich nie, aber die reden auch nicht von der Vier Tagewoche.
00:32:44: Elfergesang, das sind auch Themen bei euch.
00:32:46: An Feiertagen arbeiten, Notdienste.
00:32:47: Also wenn das Kabel, wenn der Strom ausfällt an einem Bahnleis, dann fährt halt die Bahn nicht, wenn ihr nicht kommt.
00:32:51: Das sind schon so Themen.
00:32:52: Ihr seid infrastrukturell auch.
00:32:54: Ja, also genau das eine ist natürlich die Havarie.
00:32:56: Da haben aber auch die Verkehrsbetriebe oft eigene Teams.
00:32:58: Wir unterstützen da auch.
00:33:00: Aber das andere ist, dass wir Modernisierung am Gleis natürlich nur machen können, wenn der Zug nicht fährt.
00:33:05: Das heißt ab zwei Uhr morgens im U-Bahn-Tunnel, nachts eben, oder an Feiertagen oder in den Schulferien wucht.
00:33:11: die Strecken nicht so überstrapaziert sind.
00:33:14: Bringt eine Herausforderung mit sich, es ist gar nicht mehr so einfach junge Menschen zu finden, die dann arbeiten wollen.
00:33:21: Ist auch nicht familienfreundlich, kann man drehen und wenden, wie man möchte.
00:33:25: Aber wir kommen mit unseren Teams da ganz gut zurecht.
00:33:28: Da gehört halt auch Ehrlichkeit dazu, bei einer Stellenbeschreibung gleich zu sagen, was Sache ist und nicht hinterher damit rauszurücken.
00:33:34: Wie bildet aus?
00:33:35: Wir bilden aus, ist allerdings bei uns im Bereich nicht so leicht.
00:33:38: Also es gibt diesen... Muss man sich mal vorstellen, in Deutschland gibt es diesen Beruf Kabelzieher nicht.
00:33:42: Wir machen ja nur gerade eine Verkehrswende, Energiewende und den Breitband ausbauen.
00:33:47: Das ist aber kein Berufsbild.
00:33:48: kein Ausbildungsberuf.
00:33:49: Auch wahnsinnig.
00:33:50: Theoretisch braucht man den ja gar nicht lernen.
00:33:52: Also jetzt im Buch nachzulesen, wie ein Kabel gezogen wird, hat gar keinen Sinn.
00:33:55: Und es sind auch klassische Berufe, die sehr physisch sind.
00:33:58: Also das sind nicht die Menschen, die gern studieren, die so einen Beruf ausführen.
00:34:01: Wir müssen.
00:34:02: Straßen baut zum Beispiel an, der heißt anders, der Beruf.
00:34:04: Aber und dann ist der letzte Teil zwei Monate, wie Kabel zugeht, bringt gar nichts.
00:34:09: Und deswegen bilden wir in dem Bereich kaum aus.
00:34:11: Wir bilden aber alle unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zweimal im Jahr weiter.
00:34:15: Wir arbeiten da so anders, nicht mit der klassischen.
00:34:17: Ausbildung, sondern mit Fachbildung.
00:34:19: Wir haben natürlich auch Azubis im Bereich Büroklasse, da gibt es bei uns auch noch Berufsschulen.
00:34:24: Wenn man jetzt Gleisbau hätte bei uns, da würde es ganz alt aussehen.
00:34:27: und auch die Elektriker, die eine Meisterausbildung bei uns machen müssen nach Frankfurt oder.
00:34:31: Also immer, wenn wir über Ausbildungsberufe reden, müssen wir auch ehrlich sein, wo sind die passenden Berufsschulen dazu?
00:34:36: Und kann ich wirklich in Berliner Azubi zutrauen, dreimal die Woche nach Frankfurt oder zu fahren?
00:34:41: Am besten noch nach Betriebsschluss.
00:34:43: Krass, ne?
00:34:44: Ja, ich hab einen, der macht grad die Meisterprüfung, Steffen, auf dem wie wahnsinnig stolz, der macht das seit zwei Jahren.
00:34:49: Fährt immer in seiner freien Zeit ja quasi, ne, neben der Arbeit nach Frankfurt oder legt da die Prüfungen ab, bewillt dafür.
00:34:56: Das ist
00:34:56: doch Wahnsinn.
00:34:56: Wie können wir denn sagen, wir brauchen mehr Meister und schicken die Leute von Berlin nach Frankfurt oder?
00:35:00: Ich glaub, die Gasfaser muss nach Kurtbus fahren oder so.
00:35:03: Da muss man mir mal vorstellen.
00:35:04: Ja, und dann wollen wir ja auch noch Vielfalt, und da muss man auch ehrlich sein, es gibt auch Städte, wo Vielfalt ganz schlecht ankommt, leider immer noch in Deutschland.
00:35:11: Da die brauche ich da gar nicht hin schicken.
00:35:13: Weil sie auch wenig Deutsch sprechen oder kein Deutsch, die kommen in den Städten nicht zurecht, dann fallen die optisch noch auf, hast sie total verloren.
00:35:19: Die kannst du nur mit zwei Starken mitschicken quasi.
00:35:22: Also es wird leider diese Geschichte nicht ganz zu Ende erzählt.
00:35:26: Stattdessen diskutieren wir ewig über eine Ausbildungsabgabe, als wenn der Mittelstand nicht selber weiß, dass wir keine Fachkräfte kriegen, wenn wir nicht selber großziehen.
00:35:35: Ja, kann sich jeder an mich wenden, der meinte, wir müssen noch weiter ausbilden.
00:35:38: Ich mach's sehr gerne, aber stellt mir die richtigen Berufsschulen dazu.
00:35:41: Sag mal, ihr macht ja neben dem Thema, also Gleisbau und das ganze Elektromotorengeschicht, ihr macht Sicherheitstechnik auch ganz viel.
00:35:47: Also ihr seid dafür mitverantwortlich, dass in Bussen und Bahnen quasi auch Kameraüberwachung stattfindet.
00:35:54: Ja, okay.
00:35:54: Das ist eure Ding auch.
00:35:55: Riesenmöglichkeiten auch in dem Bereich.
00:35:57: Ich bin auch sehr aktiv, was KI angeht, weil wir ja eigentlich gerade in Deutschland immer noch Datenschutz sei Dank.
00:36:05: nur verfolgen, wer's getan hat, aber nicht die Opfer schützen.
00:36:08: Also wir können Rückverfolgung machen und abbilden, wer mal was oder wo war und vielleicht finden wir den auch.
00:36:13: Aber wir verhindern keine Taten, was total schades und total falsch.
00:36:17: Und wir haben eine S-Bahn auf unserem Gelände, eine alte S-Bahn, ohne Radstand, die steht da, die haben wir mit modernster Technik ausgestattet, mit unseren Herstellern, also mit Navivotake, mit Access, mit Kameraherstellern und laden immer Text-Startups ein, die uns da ... Mega geile, muss ich sagen, KI-Vorstellen zur Aggressionsdetektion, zur Fahrgastzählung, die Messer erkennen, Schlägereien erkennen und die direkt an die Leitstelle, also von den Betreibern melden.
00:36:41: Das macht ihr mit, ihr seid ja eigentlich ein Bauunternehmen, jetzt hast du mir gerade gemacht, mit KI solche Geschichten, Aggressionserkennung,
00:36:47: das ist ein Messer,
00:36:48: also da forscht ihr auch richtig, da investiert ihr, da seid ihr innovativ.
00:36:53: Ich hab damit richtig Spaß und ich glaub auch, dass es wichtig ist, ich hab ja selber Kinder, dass wir den Nachverkehr sicher machen und dazu gehört eben auch neue Technik zu nutzen.
00:37:01: Jetzt ist Datenschutz bei uns im Ländersache.
00:37:04: Das heißt, ich ist total abhängig davon, ob der Datenschutz Abgeordnete im einzelnen Land Grundverständnis mitbringt.
00:37:10: Und damit meine ich Bundesland, leider nicht Deutschland, Bundesland.
00:37:13: Das Grundverständnis mitbringt und genug technisches Verständnis aufbringt, um eine KI zu verstehen, um die Trainingsmechanismen zu verstehen, die Detektionen zu verstehen.
00:37:22: Und jetzt weiß ich nicht, wie es dir geht.
00:37:24: Aber ohne dort in der Generation nach Jahrzehnten geboren zu sein, haben wir da ja kaum eine Chance.
00:37:30: Die Datenschutzabgeordneten sind alle eher so unser Alter, würde ich sagen.
00:37:33: Und älter.
00:37:34: Den wird der viel zugetraut.
00:37:36: Was wir in der S-Bahn versuchen, ist eigentlich zu zeigen, es geht und es geht sogar gut und es lohnt sich dort, zusammenzuarbeiten, zu erforschen.
00:37:43: Wir wollen denen auch die Möglichkeit geben, es zu erleben.
00:37:46: Weil nur aufeinander einzureden und aneinander vorbeizureden, bringt in der Sache wenig.
00:37:51: an der Basis die Erklärungsarbeit zu leisten und auch die Möglichkeit zu geben, dass jeder für sich selber sowas erkundet.
00:37:56: Das ist, glaube ich, der richtige Weg.
00:37:58: Das heißt, das treibt ihr voran.
00:38:00: Du hast mir vorhin gesagt, wenn man es endlich auch ... Es muss nicht mehr bei jemandem in einem Bahnhäuschen rein um eine Durchsage zu machen, also auch solche Sachen, Lautsprecher-Systeme, die von entferner aus können Sachen quasi dort reingesprochen werden, können Leute gewarnt werden und Co.
00:38:14: Das bewegt sich, aber das ist immer noch ganz weit weg von, es passiert ein Angriff, eine Schlägerei, das wird sofort gemeldet, also wird sofort gemeldet.
00:38:22: schon, es kommt aber präventiv irgendeine Ansage aus dem Lautsprecher und Co.
00:38:26: Da ist schon noch ein bisschen Platz.
00:38:28: Das kann noch besser sein.
00:38:29: Also
00:38:30: das muss deutlich besser werden.
00:38:31: Aktuell wird Zentral gespeichert in den Fahrzeugen.
00:38:35: In den Fahrzeugen.
00:38:35: Nichts mit Cloud.
00:38:36: Weil Datenschutz, nichts mit Cloud und hin und her.
00:38:38: Kommt auf Verkehrsunternehmen an, aber da lässt der Datenschutz sehr wenig Raum.
00:38:42: Da muss man schon gut umdenken.
00:38:43: Es gibt allerdings Start-ups, Tech-Start-ups wie zum Beispiel Brighter AI.
00:38:46: Die haben sich auf Anonymisierung der Videodaten spezialisiert.
00:38:50: Damit ist sowas... Problemlos möglich.
00:38:53: Jetzt dürfen wir nicht vergessen, wir sind in einer kritischen Infrastruktur unterwegs.
00:38:56: Das heißt, wenn die Daten gespeichert werden, sollte dies auch in Deutschland passieren.
00:39:00: Unser Land sollte schleunigst nachlegen, was so Server-Landschaften angeht.
00:39:04: Da gibt es ja einfach nicht so viele Möglichkeiten.
00:39:06: Das ist auch die Wahrheit.
00:39:07: Genau, das ist so.
00:39:08: Wir tragen unser Geld sehr, sehr gern zu großen amerikanischen Unternehmen.
00:39:10: Das sind bedeutschen, extrem gut drin.
00:39:11: Wir besteuern sie nur leider nicht.
00:39:13: Aber wir tragen unser Geld gern dahin.
00:39:14: Ja gut, muss man aber auch einen Teil der Wahrheit dazu.
00:39:17: Auch wir Familienunternehmer überlegen im Moment ja, wie wir investieren und wie wir unser Geld schützen, auch damit wir in Zukunft welches haben, was wir wieder in die Firmen stecken können.
00:39:24: Ich hoffe, dass sich Zeit nach was ändert, aber wir denken natürlich auch, wie können wir diversifizieren, wie?
00:39:28: wir wollen uns ja nun nicht in einem Markt festlegen.
00:39:31: Das macht die Sache extrem schwierig.
00:39:32: Außerdem hat man als Investor nach wie vor in Deutschland wenig Spaß.
00:39:36: Also.
00:39:37: Ja, da könnte ich ein paar Geschichten erzählen, aber vielleicht stand er mal.
00:39:41: Aber
00:39:42: trotzdem glaube ich übrigens daran ist auch eine Verantwortung, die wir Mittelstand haben, unseren DeepTech voranzutreiben.
00:39:46: Ein DeepTech sind halt nicht die Innovationen, die mal schnell in eine App gepackt sind, sondern das sind die Sachen, wo wir lange dran forschen.
00:39:53: Du hattest jetzt Roboterprojekt.
00:39:56: Du hast ja es erwähnt, wir arbeiten tatsächlich mit Robotern am Gleis, weil wir die Dokumentation verbessern wollen und ganz bewusst mit Hochschulen zusammen.
00:40:03: Genau, erzähl mal da, was mich tut ansteht, du sagst ja am Anfang, Markus, wenn man so Gleisarbeiten hat, du musst ja wissen, dokumentieren, in welcher Tiefe liegt das Kabel, wie ist der Scheißschrank aufgebaut, wer hat wo gearbeitet, wo genau, mit Koordinaten, das war ja früher alles Paperwork.
00:40:18: Ja, und ich fange mal anders an.
00:40:20: Es gibt ein VVDV.
00:40:23: Bauschabensbericht, den hast du sicherlich gelesen, dickes Pomflet.
00:40:27: Daraus geht hervor, dass ein Großteil unserer Steuergelder in die Reparatur von Kabelschäden geht.
00:40:31: Also Bauschäden sind generell ein Riesenproblem.
00:40:34: kosten uns als Steuerzahler wahnsinnig viel, aber der größte Anteil davon sind Kabelschäden.
00:40:39: Das
00:40:39: ist das, was man kennt hier draußen für den Erdbauarbeiten statt.
00:40:41: Auf einmal ist das Büro ohne Strom für fünf Stunden bei irgendeinem Baggerfahrer das Kabel getroffen hat.
00:40:45: Oder
00:40:45: hinten ein ganzer Bezirk und dann auch für Länge.
00:40:47: Weil es nicht gekennzeichnet war, vielleicht auf einem Blattlag, was nicht mitgekommen ist, war aber auf keinen Fall digital.
00:40:51: Nein, weil das Betreiber-Sache ist, diese Daten offen zu legen.
00:40:54: Also weil, wer auch immer der Versorger ist muss sagen, welches Kabel USB bedeutet, was bedeutet es in der Praxis.
00:40:58: Mein Bauleiter telefoniert acht mögliche Betreiber ab, ob die da einen Kabel haben.
00:41:04: Manchmal, manchmal wissen sie es nicht.
00:41:05: Und der neunte, der nicht auf der Liste steht, weil es den vielleicht nicht mehr gibt, der hat dann Kabel, was aktiv ist und mittlerweile jemand anders gehört.
00:41:12: Genau.
00:41:12: So, jetzt ist es so, da gibt es eine klassische Suchschachtung.
00:41:17: Da wird mit der Schaufel des Kabel gesucht.
00:41:19: Die Hand-Suchschachtung,
00:41:19: die ist immer schön teuer auf den Angebot, die Hand-Suchschachtung.
00:41:21: Na ja, die ist ja nicht nur teuer auf dem Angebot, die hält so eine Baustelle, wenn wir sagen Berlin, Hamburg, da haben wir ja gerade einen Akkordausbau.
00:41:29: Auf!
00:41:30: eine Suchschachtung dauert auch manchmal ein paar Tage, die ist nicht schnell gemacht.
00:41:33: In Berlin findest du zwischendurch auch noch Sachen, die du lieber nicht gefunden hättest, dann dauert es gleich noch drei Wochen
00:41:37: länger.
00:41:38: Aber worauf will ich hinaus?
00:41:39: Wir geben dafür zu viel Geld aus, weil wir nicht wissen, wo unsere Kabel sind.
00:41:42: Wir haben kein zentrales Kabelkatastor.
00:41:45: Es hat mich vor fünf Jahren so aufgeregt, dass ich dieses Roboterprojekt angefangen hab.
00:41:48: Weil dann wurde gedacht, ist doch kein Problem, jeder Elektriker kann jetzt ja genau aufschreiben und dokumentieren, wo die Kabel sind.
00:41:55: Es ist aber ein Problem, weil diese Berufe sind ja nicht mehr nur ... Also da gibt es kein Fachkräftemangel, sondern das sind Mangelberufe seit übrigens zwanzig Jahren.
00:42:04: Hat der Zeit, achtzig Prozent seiner Tätigkeit in Dokumentation zu stecken.
00:42:08: oder brauchen wir den eigentlich hundert Prozent mit beiden Händen in einer Kabelmanufaktion?
00:42:11: Also wo brauchen wir den?
00:42:12: Der soll die Kabel ziehen und verlegen.
00:42:15: Der Roboter wiederum hat die Aufgabe, so was aufzunehmen.
00:42:19: Und zeitlich misst er aber auch den Zustand der Tunnel zum Beispiel.
00:42:21: Wann muss was saniert werden?
00:42:23: Du sagst ja, die Leute müssen arbeiten.
00:42:24: Die paar Fachkräfte, die wir haben, die müssen am besten hundert Prozent der Zeit arbeiten.
00:42:27: Die haben
00:42:27: auch kein Bock, Dokumentation zu machen.
00:42:29: Die sind ja auch nicht wirklich studieren gegangen und sind planer geworden, sondern die sind Fachberufe, die mit den Händen arbeiten wollen.
00:42:34: Genau.
00:42:35: So, jetzt hast du teilweise fünf, sechs, sieh, sieh, siebzig Prozent der Zeit bei solchen Aufträgen das Dokumentation.
00:42:40: Und dann bist du losgezogen.
00:42:42: Und hast ein Roboter für hundertdreißig tausend Euro gekauft?
00:42:45: Nee, da hat mich sich meine Schwester stark hingewährt.
00:42:47: Also Gott sei bei Boston Dynamics im Online-Shop den Spot bestellen.
00:42:51: Boston Dynamics
00:42:51: sind die coolen Jungs mit den geilen Videos, die immer viral gehen.
00:42:54: Mit den
00:42:54: gelben Hunden.
00:42:55: Die einfach
00:42:56: diese coolen, okay.
00:42:57: Ja, die auch wirklich sehr, sehr gute Arbeit im Bereich Robotics leisten.
00:43:02: Mein Traum war damals so ein Roboter unbedingt zu testen, egal für was.
00:43:05: Ich hab meine Schwester das möglichst gut verkauft, aber so zwei Wegebagger kostet etwa gleich viel und bei uns ist klar, mit dem zwei Wegebagger verdienen wir richtig Geld.
00:43:13: Und alle so.
00:43:14: Wer ist für den zwei Wegebagger?
00:43:15: Hundert Hände gehen hoch, wer ist für ein Roboter und du so?
00:43:18: Ich?
00:43:18: Genau, mein Schwester so.
00:43:20: Nee.
00:43:22: Ich musste dann andere Wege finden.
00:43:23: Und ich finde aber sehr kreativ, wenn ich was haben will.
00:43:26: Und es gibt natürlich schon auch Förderungen, die genau darauf abzielen, dass Mittelstand und Wissenschaft zusammenarbeitet.
00:43:32: Und es gibt in der Mobilität den Empfang.
00:43:34: Ein einfacher Fördertopf kann ich jedem empfehlen.
00:43:36: Es gibt eine Machbarkeitsstudie.
00:43:38: Der Antrag ist, den habe ich alleine geschafft, da muss ich nicht mal meine Buchhalterin fragen.
00:43:42: Förderlinie zweibelkomplizierter.
00:43:43: Du bist auch Ingenieurin.
00:43:44: Das seht nicht.
00:43:44: Nee,
00:43:44: nee, das war so hart.
00:43:45: Also allein die Seiten durchzulesen war für mich sehr hart.
00:43:48: Aber ... Es ging, es ist machbar und es hat uns die Möglichkeit gegeben, mit damals der Berliner Hochschule für Technik die Robotik-Thematik anzufangen und einen Spot auf die Baustelle zu holen, der leider nicht LAT gehört hat.
00:44:00: Vielleicht gar nicht so schlecht, weil wir haben im Laufe des Prozesses gelernt, der Unitree-Roboter, den wir gerade benutzen, der ist für unsere Sachen tatsächlich besser geeignet.
00:44:08: So konnten wir dann auch noch mal Modell tauschen und diese Sache wirklich gut weiterentwickeln.
00:44:13: Und heute arbeiten wir mit der RWTH Aachen und ganz tollen anderen Projektpartnern daran.
00:44:17: Wir haben den Roboter gerade jetzt wieder vor anderthalb Wochen im Gleis gehabt.
00:44:21: Und ich muss sagen, es ist schon geil, wenn so eine Idee, die ich mal hatte, so Schnapsidee, so wächst, dass da noch so viel andere Output rauskommt.
00:44:29: Wie muss ich mir das vorstellen?
00:44:30: Also, wie sieht so ein Roboter aus?
00:44:32: Wie bewegt er sich?
00:44:32: Was für Sensore, Kameras, wie funktioniert das?
00:44:34: Was nimmt er alles auf?
00:44:35: Der Roboter ist nur eine Plattform, das ist wie ein Hund.
00:44:38: Sieht wirklich aus wie ein Hund, ein bisschen Spooky-Dog.
00:44:40: Okay, auch die Größe wie ein Hund.
00:44:43: Nee, ja, wie ein großer Hund.
00:44:45: Der, der sich gut im Gleisbett bewegen kann, ist die größte.
00:44:47: Vier Beine.
00:44:48: Vier Beine.
00:44:49: Für uns total wichtig, weil alles, was im Gleis fährt, so ein Rollwagen blockiert unsere Baugeräte.
00:44:54: Deswegen wollen wir es nicht.
00:44:55: Außerdem gibt es bei uns einen Eisenbahn-Bundesamt, was sagt alles, was sich da drin befindet, muss alleine rauskommen, wenn der zukommt.
00:45:01: Der Hund kann sowas natürlich.
00:45:03: Ist aber nur eine Plattform, da drauf ist eine Menge Sensorik, also auch Kameratechnik, aber eben auch Feuchtigkeitsmesser, Wärmemesser, also das alles Mögliche drauf.
00:45:12: Das
00:45:12: muss ja auch alles erfasst werden.
00:45:13: Wie ist das Wetter an dem Tag, Niederschlag, whatever?
00:45:15: Nee, das ist das Bauteigebuch, also nochmal separat zu behandeln, aber um den Zustand eines Tunnels sozusagen zu erfassen.
00:45:21: Und zu wissen, wann ist da wieder eine Wartung fällig?
00:45:23: oder noch schlimmer, wann ist da eigentlich baufällig?
00:45:26: Brauchen wir schon ... mehr Sensorik, als um einfach nur ein Bild von den Kabeln aufzunehmen, weil wir da ganz viele verschiedene Dinge messen.
00:45:33: Das ist aber gewachsen in dem Projekt und irgendwann sind wir darauf gekommen, Mensch, das können wir ja nebenbei mitnehmen.
00:45:37: Das ist halt das Geile, wenn du ein Gerät hast, was aufzeichnet, kannst du so viel daraus machen.
00:45:41: Die Kunst ist sich dann zu fokussieren und wirklich den Nutzen daraus zu ziehen.
00:45:44: Und für uns ist der Nutzen zu erkennen, welcher Bausport hat stattgefunden und den zu dokumentieren, sodass der direkt in einen digitalen Zwilling geht.
00:45:53: der wiederum so krass runtergebrochen wird, dass der in Baga wieder sieht, nur was ihn betrifft.
00:45:58: Der hat kein Bock auf so ein Riesenmodell, läuft dann auch nicht auf dem Handy.
00:46:00: Ich wollte gerade sagen.
00:46:01: Sehr
00:46:01: kompliziert, sorry.
00:46:03: Ist gut, das was ihr da, ihr sammelt Daten.
00:46:05: Und zum Schluss bekommt derjenige, der die Daten braucht, genau die Datensverfügung gestellt, die für ihn wichtig sind.
00:46:10: So
00:46:11: die Idee, genau.
00:46:11: Der Baggerfahrer bekommt eben nicht, da liegen noch forty-tausend andere Sachen, der bekommt genau die Rohre oder die Kabel, die er sucht.
00:46:17: Und dieser Hund nimmt einfach alles auf.
00:46:20: Nee, eben nicht.
00:46:21: Also wir verwerfen ganz viel direkt.
00:46:22: Ich bin überhaupt kein Fan von Daten und kontrolliert sammeln.
00:46:25: Also was soll mit den Festplatten danach passieren?
00:46:27: Und es war auch Bestandteil der Machbarkeitsstudie.
00:46:29: Welche Daten brauchen wir überhaupt?
00:46:31: Welche Daten brauchen unsere Partner überhaupt, denen die Infrastruktur gehört?
00:46:36: Und dann, wo können wir die eigentlich sicher speichern?
00:46:37: Weil wir ja auch in einer sehr volatile Situation gerade sind, weil wir die dann auch nicht so quer durchs Web schicken.
00:46:42: Klar.
00:46:43: Deswegen.
00:46:44: Große
00:46:44: Daten mengen wahrscheinlich auch, ne?
00:46:46: Ja, und Dietzan zu reduzieren aufs Wesentliche da drin ist, da besteht die Kunst.
00:46:50: Wer führt diesen Hund?
00:46:51: Also wie muss ich mir den Alter, der läuft ja nicht frei rum, oder?
00:46:54: Er hat voll den Gedanken viel am Anfang, wie bei jeder guten Innovation.
00:46:56: Ich dachte, geil, mit einer Ferne, die macht voll Spaß, irgendwie macht den Job ja auch viel attraktiver und moderner.
00:47:02: Habe ich mich getäuscht, die Hemmschwelle ist total... groß und hoch.
00:47:05: so einen teuren Roboter mit einer Fernbedienung durch den Tunnel zu lenken, wollte keiner so richtig.
00:47:10: Und wir haben am EICOM, das ist das Bauinstitut der Universität Aachen, ein Superdoktoranden, der arbeitet gerade an der Sprachsteuerung mit uns und da ist dann auch die KI sehr relevant, damit man eigentlich dem zurufen kann, was er machen soll und waren.
00:47:22: Also heute wäre es eine Fernbedienung.
00:47:24: Ja, wir haben jetzt die Sprachsteuerung gerade das erste mal getestet und die funktioniert in den kleinen Teilen schon sehr, sehr gut.
00:47:29: Also ich bin total überrascht.
00:47:31: Und da sind die Leute immer extrem vorsichtig, weil die bewegen immer noch nur ein hundertdreißigtausend Euro schweres Gerät, was sie nicht kennen.
00:47:36: Ich meine, Roboterhund ist ja nicht her unseres Alltags.
00:47:38: Ja, witzig, menschlich gesehen haben wir irgendwie mehr Verantwortungsgefühl mit Affärmbedienung in der Hand, als wenn es zu hoch ist.
00:47:43: Das macht was.
00:47:44: Ja, genau, genau.
00:47:45: Es ist einfach eine Sprachsteuerung, die Höhe ist viel kleiner.
00:47:48: Es ist einfach eine Sprachsteuerung und trotzdem bleiben es die Hundertdreißig, aber an dem Moment, wo er mitkommt, wenn du sagst, bitte mitkommen, aufzeichne ich, würde das funktionieren.
00:47:55: Es ist so, genau.
00:47:55: Ja,
00:47:55: und Vertrauen ist auch irgendwie größer und vielleicht auch so ein bisschen die geteilte Verantwortung.
00:48:00: Ja, ich glaube, du denkst auch, mit der Färmedienung steuere ich den ja zur Not falsch, wenn ich dem zurufe und der läuft falsch, ist das ein Problem.
00:48:05: Ja, tatsächlich.
00:48:06: Also, und sowas ist ja auch wichtig bei jeder Innovation, die wir da draußen bringen.
00:48:10: Ich denke immer, es muss ja... wenn erster Linie auch für uns im Betrieb funktionieren.
00:48:15: Deswegen haben wir bei dem Projekt einen Schwerpunkt darauf gelegt, viele Baustellenbegehungen zu haben.
00:48:19: Wir haben am Anfang immer gesagt, gerade unsere Wissenschaftsbahn, jetzt können wir im Labor testen, ihr könnt uns doch eine Schiene dahin legen und so.
00:48:25: Glaub ich nicht, dafür bin ich dann auch zu sehr Unternehmerin, um so zu tun, als wenn die Laborbedingungen, die sind, die wir draußen haben, weil der Faktor Mensch ist alles entscheidend, ob eine Innovation bringe ist oder nicht.
00:48:36: Und da können wir es uns noch so, und ich bin der Ingenieurin, ich könnte es mir noch so geil reden mit dem Hund.
00:48:41: Wenn meine Montüre draußen keinen Bock auf den Hund haben, dann wird der Hund da nicht laufen.
00:48:44: Das
00:48:44: ist wie mit einem iPad.
00:48:46: Du brauchst, du kannst die im iPad geben.
00:48:47: Das kannst du schon machen, auch mit einer Software drauf.
00:48:49: Der fünfzigjährige Mitarbeiter wird sich nutzen.
00:48:53: Du musst ihn schon, was ist der Mehrwert für ihn?
00:48:55: Wenn du sagst, Dokumentation, Faktivität,
00:48:57: komplett ab.
00:48:58: Ja, haben wir am Anfang auch gehabt.
00:48:59: Und dann kommen so eine einfachen Dinge, wie das passt ja gar nicht in meine Jackentasche.
00:49:02: Was soll ich ihn damit machen, wenn es regnet?
00:49:04: Dann fällt es runter, ist kaputt.
00:49:06: Ich muss mich bezahlen, wird es von meinem Lohn abgezogen.
00:49:08: Genau.
00:49:10: Ja, weil ich liebe sowas.
00:49:11: Deswegen mache ich auch Innovationen nach wie vor in der LAT-Gruppe sehr gerne.
00:49:15: Weil mich eigentlich am meisten interessiert, wie wir Menschen zur Veränderung motivieren und auch sowas ein bisschen neugierig halten.
00:49:22: Es hat unser Schuhsystem ein bisschen verlernt.
00:49:24: Aber eigentlich geht es doch nur darum.
00:49:26: Wer neugierig ist, fängt neue Sachen an, spielt gerne mit.
00:49:29: Müsst gerne mit, darf auch mitentscheiden.
00:49:31: Wie viele Leute seid ihr heute bei der LAT?
00:49:32: Wir sind hundert-vierunddreißig.
00:49:34: Hundert-vierunddreißig,
00:49:35: Leute.
00:49:36: Welcher Größenordnung bewegen wir uns beim Thema Umsatz?
00:49:39: Da kann ja wahrscheinlich mehr Norddeutsch nachlesen, aber... Das
00:49:40: musst du auch nachlesen.
00:49:41: Okay.
00:49:43: Also es kommt, wir sind eine Firmengruppe und wir sind ja mittlerweile so aufgestellt, dass wir sehr gerne mit Partnern arbeiten.
00:49:48: Du hast ja vorhin erzählt, was ist eigentlich entscheidend, wie viele Mitarbeiter braucht der Mittelstand.
00:49:52: Wir sind viel stärker darin geworden, auf Kompetenz zu setzen, die wir nicht immer in Haus brauchen.
00:49:57: Und KI ist so ein Thema, wir investieren super gerne in Startups, wir arbeiten auch eng mit denen zusammen.
00:50:02: Können wir das selber entwickeln?
00:50:04: und kann ich den Talenten da überhaupt ein gutes Hause bieten?
00:50:07: Nein, das haben wir auch erkannt.
00:50:09: Also meine Schwestern, ich sind da ganz straight drin zu sagen, lass die Expertise da wachsen, wo sie hingehört und wo sie sich wohl fühlt und irgendwie auf Partnerschaft setzen.
00:50:17: Auch im Gleis, wir haben immer viele Subfirmen mit, denen wir vertrauen, mit denen wir eng zusammenarbeiten.
00:50:23: Aber selber immer alles kaufen, da sind wir weit von weg.
00:50:26: Okay, also das heißt, ihr setzt auch Suppi's ein, das ist, also die ihr schon lange kennt und wo auch das Qualität passt, passt so
00:50:31: und so weiter.
00:50:31: Die teilweise bei uns am Firmengelände sitzen, ihre Autos bei uns parken, die unsere Autos fahren, ja.
00:50:35: Teilweise verkleidet ihr euch selber, wenn Auftrag geben darf, das wünschen.
00:50:38: Also ihr könntet auch für Auftraggeber auftreten, könntet deren Jacken anziehen und Co, wenn ihr auf deren Baustellen seid.
00:50:42: Ja,
00:50:42: also wir stellen keine eigene Technik her, sondern sind in dem Bereich im Fahrzeug eher wie ein System aus und wir ziehen unheimlich gerne die anderen Firmen Jacken an, weil ... ist doch was macht.
00:50:51: Also erst mal musst du so ein Produkt so gerne mögen, dass du es einbauen willst.
00:50:55: Da gehört was dazu, dann ist auch das richtige Produkt.
00:50:58: Ich glaube, es hat auch was damit zu tun, dass wir einfach für unsere Kunden gute Lösungen schaffen wollen.
00:51:03: Und da ist eigentlich egal, welches Logo draufsteht, wenn die Lösung funktioniert.
00:51:06: Also, wir sind da schmerzbefreund.
00:51:09: Und du sagst?
00:51:10: investieren, aber auch in Partnerunternehmen.
00:51:12: Also wenn ihr sagt, ihr geht da wirklich auch mit Geld rein.
00:51:15: Ihr beteicht euch auch in Unternehmen, die euch im Alltag helfen, die ihr im Alltag auch verbaut, wenn es eben zu eurer Firmstruktur passt.
00:51:21: Das ist auch etwas, also auch gesellschaftsrechtlich seid ihr da aktiv.
00:51:24: Ja, wir sind ja vier Schwestern, die unsere Gesellschaft führen und aufbauen und gemeinsam entscheiden.
00:51:29: Und meine zwei jüngeren Schwestern sind nicht im Unternehmen tätig.
00:51:33: Und das hat natürlich einen riesen Vorteil, weil die von außen tolle Impulse reinbringen.
00:51:37: Und irgendwie haben wir in unserer Fira-Kombi angefangen zu sagen okay wo ist es wo ist es geil?
00:51:42: wo wollen wir eigentlich investieren?
00:51:44: was in zukünftige geschäftsfelder die wir so schnell gar nicht erschließen könnten?
00:51:48: und so gehen wir davor.
00:51:49: aber und jetzt kommt es dann.
00:51:50: aber wir machen halt nicht alles sondern meistens expertise die zu unseren geschäftsbereichen passen ähnliche kunden haben oder alte Dinge ablösen.
00:52:00: Wir haben Schwesternruf früher ganz viel gemacht und so.
00:52:03: Ausstattung in Krankenhäusern von Räumen, die genutzt werden, um Sturzprävention zu machen.
00:52:09: Man fällt eigentlich hin, wie gesund bewegt sich noch der Mensch.
00:52:12: Und da haben wir zum Beispiel in Linderer investiert, die machen das Ganze mit dem Handy.
00:52:16: So wird es heute halt gemacht und es funktioniert auch sehr gut.
00:52:19: Und nutzt eine starke KI für die Auswertung.
00:52:21: Hätten wir bei LAT in hundert Jahren nicht geschafft.
00:52:24: Und dann lohnt es sich, ins Start-up zu gehen und zu sagen, ihr macht es besser als wir, lass es doch zusammen machen.
00:52:29: Okay, das heißt, das Grundgerüst ist quasi ein erfolgreich geführtes Unternehmen, ein erfolgreich geführtes Detail des Bauunternehmen mit über hundert dreißig Leuten.
00:52:37: Darüber hinaus viele, viele gute Partner, Innovation.
00:52:40: Du bist glaube ich auch, dir macht das ja Spaß, das Innovationsthema, das ist auch deine Aufgabe.
00:52:45: Deine Schwester, die mit dir jetzt in die Geschäftsführung macht, macht dann welche Themen?
00:52:49: Also mein Schwester macht operativ komplett auch sehr viel, den ganzen Infrastrukturbereich.
00:52:54: Wir haben mittlerweile meinen Bereich, also die Fahrzeuge habe ich abgegeben, an einem Geschäftsführer, der aber auch aus unserer Firmengruppe kommt, super Job macht.
00:53:02: Und wir haben die Führungsregel ausgebaut, wir haben eine Prokursin und einen sehr guten Bereichsleiter, die halt da auch komplett mitziehen.
00:53:11: Also wir haben... Als Nachfolger aus einer Situation heraus, die ungeplant war, sehr schnell gelernt, dass wir nie wieder wollen, dass einzelne Arbeitsplätze an unseren Entscheidungen hängen.
00:53:21: Und deswegen haben wir uns da breiter aufgestellt.
00:53:23: Meine Schwester macht operativ ein hammermäßigen Job und es gibt nichts Schöneres, als mit einer Schwester ein Unternehmen zu führen, weil ich ihr blind vertraue.
00:53:32: Das ist unbezahlbar, also das kann man nicht bezahlen, sowas.
00:53:35: Ja, das hatte ich mit meinem Bruder ja ganz, ganz lange Zeit, das ist wirklich Wahnsinn.
00:53:38: Also wenn du so auch guckst, gute Gründerteams, ich meine auch selbst in der Uni Samba Brüder dringend, das muss man auch mal fairerweise sagen, drei Brüder, alle wahnsinnig schlau, kein Vertrauensproblem untereinander, die können natürlich abreißen ohne Ende, das ist super.
00:53:49: Also definitiv.
00:53:50: Ja, und wenn man auch so einen Sparing-Partner hat, oder wir haben das ja auch unter uns vier.
00:53:55: diskutieren können, eine ordentliche Streitkultur, untereinander auch meine Meinung sagen und die auch vertreten können.
00:54:00: Sowas ist viel wert in der heutigen Welt.
00:54:02: Auch Ehrlichkeit.
00:54:03: Also, da ist ja unter Geschwistern manchmal schonungslos, aber wir können es immer produktiv nutzen.
00:54:08: Das heißt also auch, die Stoßrichtung ist, ihr kümmert euch gerne viel um Innovation, guckt auch, was ein Unternehmen zu euch passt.
00:54:14: Mehr Leute werden es gut, das passiert auch generisch, ihr bildet aus, ihr guckt auch, dass ihr neue Meistern zubekommt und Co.
00:54:20: Aber wir werden jetzt wahrscheinlich nicht erleben, dass LAT im Laufe der nächsten fünf Jahre noch mal zwei tausend, achttausend, drei tausend Mitarbeiter.
00:54:26: Das ist aktuell auch gar nicht die Stoßrichtung.
00:54:27: Ihr wollt, du sagst ja auch Gewinn vor Umsatz.
00:54:29: Das gibt ja so ein paar Maxime.
00:54:30: Ja,
00:54:31: genau.
00:54:31: Also wir wachsen in der Gruppe ganz gerne, aber wir mögen auch, wenn wir alle noch so beim Namen nennen können, das hilft.
00:54:36: Das ist ja eben ein Familienunternehmen.
00:54:39: Ich glaube auch.
00:54:40: dass wir davon profitieren, also diesen Zusammenhalt, unser Wertesystem zu vermitteln in einer großen Wachstumskurve.
00:54:46: Ich habe das im Konzern erlebt, das ist wahnsinnig schwer.
00:54:48: Da gehört viel dazu.
00:54:49: Und ich bewundere die Menschen, die so was schaffen.
00:54:51: Aber wir haben gesundes, wir haben Wachstum.
00:54:54: Das ist nicht so schnell, sondern ich würde sagen, gesundes Tempo, sodass es auch für alle funktioniert.
00:54:59: Du bist ja auch stark engagiert und verbendend und machst ja auch viel, machst ja auch viel für Frauen in der Wirtschaft und Korrosponsoring.
00:55:04: Also sehr, sehr engagiert.
00:55:05: bist du mit der Berliner Politik, machst du da auch viel?
00:55:08: Werdet ihr gefördert?
00:55:09: Wie ist da das Verhältnis zwischen so mittelständischem Berliner Unternehmen und der Berliner Politik?
00:55:14: Ich glaube, ungefragt offen.
00:55:15: Also ich gehe schon mein Senf dazu, weil ich auch sehr gerne gestalte und manche Dinge nicht aushalte und dann nicht die Klappe halten kann.
00:55:22: Du bist schon sehr engagiert, ne?
00:55:24: Du machst, was machst du alles?
00:55:25: Ja,
00:55:26: jetzt lange Liste.
00:55:29: Wie viel Zeit hast du mitgebracht?
00:55:31: Also, ich bin engagiert, ist natürlich auch historisch bedingt, weil als wir in die Nachfolge gekommen sind, hat jeder gesagt, die Mädels schaffen es nicht.
00:55:38: Und wir haben fast wie so eine Münze geworfen, wer geht raus und wer macht drinnen.
00:55:42: Ich hab draußen gekriegt und ich hab da immer Vollgas gegeben.
00:55:44: Wir waren von Anfang an sehr präsent.
00:55:47: Gibt eine Anekdote dazu, wir sind Tiefbauer, selten mit Bauhelmen unterwegs.
00:55:50: Es gab in den ersten vier Jahren kein Foto von mir ohne Bauhelmen.
00:55:54: Ja, brauchen wir gar nicht.
00:55:55: Aber ... War ein gutes Foto-Motiv.
00:55:58: Und gern gesehen bei der Presse.
00:55:59: Also da war ich mir auch für nicht zu schade, um nach draußen.
00:56:02: sehr ironisch, aber die Menschen glauben, was sie in der Zeitung lesen.
00:56:06: Und wir mussten erst mal so eine Wahrheit schaffen, dass sie sich danach erfüllt hat.
00:56:10: Das verdanken wir unserem Team.
00:56:11: Aber erst mal sozusagen so tun als ob.
00:56:14: Bilder
00:56:15: transportieren.
00:56:16: Ja, und alle kochen nur mit Wasser.
00:56:17: Wir sind da wirklich nach draußen gegangen.
00:56:19: So, in der Zeit habe ich auch viele Ämter angenommen und viel Spaß daran gefunden, Dinge mitzugesteigen.
00:56:25: Ich war in der Vollversammlung der IHK, ich war im Aufsichtsrat der Wasserbetriebe.
00:56:29: Krass.
00:56:30: Und bei den Familienunternehmern im Vorstand, im VDU sehr aktiv.
00:56:36: Also ... Habe ich schon eine Menge gemacht.
00:56:38: Ich war auch im Kuratorium der HWR.
00:56:40: Also, da war schon ne lange Liste.
00:56:42: Ja, das hat richtig Spaß gemacht.
00:56:44: Aber dann kommt irgendwann der Punkt, wo das Unternehmen wächst und auch ich mich wieder auf so ein bisschen Schuster bleibt bei deinen Leisten.
00:56:50: Ich muss mich dann auch wieder fokussieren.
00:56:52: Und ich glaub, nach einer Mandatzeit darf man auch mal ein Stuhl freimachen.
00:56:55: Das habe ich regelrecht betrieben.
00:56:56: Ich glaub auch, dass es gut ist für jedes Unternehmen, wenn neue, so ein bisschen neuer Wind rein kommt.
00:57:01: Und mittlerweile bin ich noch in Themen engagiert, die mich selber ... weiterbringen, sage ich wie es ist, also auch LAT weiterbringen, gerade so der Sportbereich, weil ich daran glaube, dass wir Werte brauchen auch bei unseren Teams.
00:57:12: Und ich finde, Sport macht dann super Job.
00:57:14: Also da mache ich mehr als normal.
00:57:16: Aus manchen Ämtern habe ich mich zurückgezogen, weil ich feststellen konnte, dass da viele sind, die den Titel gerne auf ihre Visitenkarte schreiben, aber leider nicht den Job machen, der dazugehört.
00:57:23: Da habe ich mittlerweile echt konsequent gewonnen.
00:57:25: Und musste endlich auf jeder Hochzeit tanzen.
00:57:27: Ich setze mir mit meinen Mandaten Ziele und die will ich dann auch erreichen.
00:57:31: Aber man kann auch nicht so viele Mandate machen.
00:57:33: Du bist ja auch eine Mutter und hast eine Familie, muss man auch aufhörweise sagen.
00:57:35: Ja, ich
00:57:35: hab zwei starke Kinder, die auch viel Zeit abverlangen.
00:57:38: Aber trotzdem glaube ich auch daran, dass wir als Unternehmer uns immer weiterentwickeln müssen.
00:57:42: Und ich hab einen Mandat, zum Beispiel bin ich im Aufsichtsrat der Berliner Volksbank.
00:57:47: Und das ist Weiterbildung pur für mich.
00:57:48: Eine Genossenschaftsbank, die mit hohem Mittelstandsfokus so weit ich weiß.
00:57:53: Sind wir auch Kunde.
00:57:54: Ja, die auch.
00:57:56: Man muss auch Mitglied der Genossenschaft sein, um in den Aufsichtsrat zu gehen.
00:58:00: Aber ... oder ist
00:58:00: auch gezwungen Antenne zu kaufen.
00:58:02: Das
00:58:02: hatte ich vorher eigentlich schon, aber wir haben mit denen auch unsere Nachfolge gerockt, muss ich ehrlich sagen.
00:58:07: Die waren ja ein paar,
00:58:08: die euch quasi begleitet haben.
00:58:10: Wir haben auch eine Bank verloren in der Zeit oder wir sind sie dann auch los geworden.
00:58:13: Erst wollten sie uns nicht mehr, dann wollten wir sie nicht mehr.
00:58:16: Aber bei einer Nachfolge macht man schon ein paar Abstriche auch.
00:58:20: Aber jedenfalls zu dem Mandat.
00:58:22: Ich habe mich darum auch beworben und wollte es auch unbedingt haben, um mich in dem Bereich einfach... Finanzwesen weiterzubilden.
00:58:29: Ich bin Ingenieurin.
00:58:30: Natürlich bin ich nicht Betriebswirtin.
00:58:32: Aber es ist doch meine Aufgabe als Unternehmerin, da schlau zu bleiben und am Puls der Zeit.
00:58:37: Und ich bin unheimlich dankbar, dass ich in diesem Aufsichtsrat sein darf, nicht nur weil ich für die eine Aufsicht und vielleicht ein Rat bin, sondern auch weil es für mich eine Weiterbildung ist, die ich so mir nie... Wer könnte ich mir nicht besser wünschen?
00:58:48: Es ist aber auch ein extrem cooler Aufsichtsrat mit ganz tollen Mitgliedern.
00:58:51: Es schärft auch dein Verständnis für Banken und für Finanzwesen.
00:58:55: Du hast ja mal mal deinen Blickwinkel.
00:58:57: So erweitert sich doch relativ stark.
00:58:58: Also ich bin auch aufsichtsrat.
00:59:00: Ich finde das Wahnsinn, dass ich da lernen darf auch.
00:59:02: Ich nehme auch ganz viel mit.
00:59:03: Wir sind kein bürsemotiertes Unternehmen.
00:59:04: Alles, was ich da lerne, hilft mir vielleicht später.
00:59:07: Oder ich kann zumindest gewisse Dinge nachvollziehen und verstehe die besser als vorher.
00:59:10: Ja,
00:59:11: dieser Perspektivwechsel, der ist enorm viel wert.
00:59:13: Ich glaube, denen darf sich jeder ab und zu mal gönnen.
00:59:15: Einfach mal aus einer anderen Perspektive auf die Dinge zu schauen.
00:59:18: Ich nehme immer was mit und ich wachs halt gerne und lerne gerne mehr.
00:59:20: Was wird es, sind du die als mittelständische Unternehmerin mehr Wünschen von der Politik?
00:59:25: Oh, mehr Zuversicht und deutlich mehr Entscheidungsmut.
00:59:28: Also, wir haben so viele offene Entscheidungen in Berlin und auch in Deutschland, die müssen getroffen werden.
00:59:32: Und dazu gibt's eine geile Studie vom Max-Planck-Institut.
00:59:35: Wer Entscheidungen aufschiebt, erhöht automatisch das Risiko zu scheitern.
00:59:42: Ist
00:59:42: krass.
00:59:42: Und
00:59:43: es sollten wir uns mal so ein bisschen in Deutschland vor Augen halten.
00:59:45: Und das Zweite, was ich mir mehr wünsche, ist weniger Self-Your-As-Mentality.
00:59:48: Nur selber gut aussehen, bringt uns einfach leider nicht weiter.
00:59:53: Und deswegen, ja, Ärmel hochkrempeln, anpacken.
00:59:56: Gutes Beispiel gibt's auf jeder Baustelle.
00:59:59: Und da einfach mitmachen.
01:00:00: Ja, das wünsche ich mir wirklich.
01:00:01: Sag mal, was machst du für dich?
01:00:03: Also, ich hab gehört, Mutter von zwei Kindern.
01:00:05: Stressiger Alltag.
01:00:07: Lässt du dich coachen?
01:00:08: Bist du in EU-Fohren drin?
01:00:11: Machst du Pilates oder Yoga?
01:00:13: Was hilft dir so ein bisschen, auch deinen Verstand wieder zu schärfen?
01:00:16: Dein Geist so ein bisschen frei zu bekommen?
01:00:17: Was sind denn EU-Fohren?
01:00:19: Ich muss fragen.
01:00:20: EU.
01:00:20: ... Entrepreneurs-Organisation.
01:00:23: Da
01:00:23: bin ich schon mal nicht drin, weil ich kenn ihn.
01:00:24: Ja, also meistens amerikanische Geschichten, wo du viel Geld bezahlst, ... ... aber wir triffst du dich einmal im Monat, ... ... Unternehmer beraten sich gegenseitig ... ... und helfen sich, ... ... du darfst dich auch
01:00:33: nicht helfen.
01:00:34: Also ich bin schon in verschiedenen Unternehmernetzwerken so aktiv, ... ... ich habe auch viel Freude daran, mich mit anderen auszutauschen.
01:00:39: Ich glaube auch, da ist die zweite Perspektive immer sehr gut in der Rat.
01:00:43: Aber tatsächlich Sport ist mein Ventil für alles, ... ... wenn ich frustriert bin, ... ... schlechte Laune habe, Sport hilft immer.
01:00:49: Und das mache ich auch ganz bewusst.
01:00:50: Also ich mach dreimal die Woche Sportkobbe, was wolle.
01:00:53: Ich brauch das einfach, als so Ventil und auch mal um einen klaren Kopf zu kriegen und wieder andere Gedanken zuzulassen.
01:00:59: Coaches?
01:01:01: Ähm ...
01:01:02: Ja, ich halte total viel davon.
01:01:03: Ich hab in verschiedenen Lebenssituationen so was immer wieder genutzt.
01:01:07: Ich bin nicht so ein Fan von einfach so Coaching ohne Ziel, aber da bin ich wahrscheinlich auch total anders gepolt.
01:01:12: Ich hab bei allem, was ich mach, ein
01:01:13: Ziel.
01:01:13: Nee, finde ich für sich in Ordnung.
01:01:15: Macht Sinn für
01:01:15: mich.
01:01:15: Und deswegen immer eigentlich ... Punktuell und dann auch gerne die, die sich genauer auf sowas spezialisiert haben.
01:01:22: Da komme ich super schnell weit mit.
01:01:24: Ihr habt euch auch noch mit der Nachfolgethematik auch externe Hilfe eingeholt.
01:01:27: Sehr erfolgreich.
01:01:27: Da hatten wir eine Familienpsychologe und es war auch genau richtig, weil wir ja sowohl Firma als auch Familientrauer hatten.
01:01:34: Die war wirklich gut.
01:01:35: Kürstenbaus kann ich jedem empfehlen.
01:01:36: Kürstenbaus,
01:01:37: heißt
01:01:38: sie.
01:01:38: Institut für Familienstrategie, wirklich stark.
01:01:40: Aber gibt es mittlerweile ja auch viel mehr Anbieter, die Nachfolgecoaching machen.
01:01:43: Wir haben mit dem Coaching-Bonus, das ist ein berlinspezifischer Fördertopf, zusammengearbeitet uns für andere Themen, neue Märkte und, ich glaube, Liquidität.
01:01:53: Spezifisch Gorges geholt.
01:01:54: Meine Schwester und ich wollten wissen, wie man es so macht.
01:01:56: Und für private Themen, tatsächlich war ich auch schon mal bei einer Psychologin, ich glaub, zehn Sessions, mir unheimlich viel gebracht, was so Kinder angeht.
01:02:04: Also, jeder der Kinder hat auch mal ein Problem mit den Kids.
01:02:08: Also, davon, anderen zu lernen und auch Ruhe reinzubringen und ab und zu mal zu hören, übrigens unter jedem Dach ein Acht, macht sich nicht so verrückt, hilft total.
01:02:17: Und ich hab da auch gar keine Angst vor, ich glaub, jeder sollte mal einen guten Psychologen aussuchen, mal einen guten Coach besuchen.
01:02:21: Wir können ja nicht alles immer selber zu Ende denken.
01:02:24: Und da gibt's auch eine geile Zahl, ich liebe so neurologische Studien.
01:02:27: Und ich weiß nicht, ob du dieses neue Wort kennst, Neuro-Hack heißt das, glaub ich.
01:02:32: Mir gerade eine gute Freundin von erzählt Mona Gazi, dass sie das jetzt anbietet.
01:02:35: Und sie hat mir gesagt, neunzig Prozent der Gedanken denken wir permanent und immer wieder.
01:02:40: Und in unserem Gehirn ist nur so ein ganz kleiner Teil, den wir irgendwie aktiv wahrnehmen.
01:02:45: Wenn man so was hört und dann irgendwie ein bisschen schlau ist, muss man sich doch selber herausfordern und dann kommen.
01:02:50: Da nehme ich mir mal jemanden, der meinen Gehirn versteht und das für mich einmal umdreht.
01:02:54: Schade nicht.
01:02:55: Das klingt ziemlich clever und das kann man irgendwie nachvollziehen mit den neunzig Prozent.
01:02:58: Also eigentlich rufst du ja nur zehn ab.
01:03:00: Du rufst die geilen Sachen, mach nur zehn Prozent aus.
01:03:03: Ich
01:03:03: hab's noch weniger.
01:03:04: Ja, schade, ne?
01:03:06: Aber ich fand auch cool, das haben wir beide festgestellt.
01:03:08: Mona nennt das Neurohack und bietet das auch an.
01:03:12: Und es findet dann plötzlich jeder cool.
01:03:13: Das ist nicht so hart wie Psychologie, oder?
01:03:16: Total clever.
01:03:17: Er
01:03:17: hat mir auch gesagt, ihr nutzt eine externe Software, um die Baustellen zu verwalten, quasi die Bauern.
01:03:22: Das ist ja auch krass.
01:03:22: Wir
01:03:23: haben Baustellen-Dokumentationen, die es so gibt.
01:03:24: Genau.
01:03:25: Ihr
01:03:25: habt im Endeffekt jemandem extern das Thema gegeben, was keiner von euren Leuten machen will.
01:03:28: Ihr habt also einen Schmerz eurer Leute gelöst.
01:03:30: Und jetzt auf einmal ist es cool, ist das Terror des Alltags, es nervt niemanden, es sorgt für so viel Freiheit auch, die Leute können hierhin arbeiten und Werte schaffen, auch geil.
01:03:39: Schon gut, also ich meine jeder Rede von Digitalisierung abzumacht.
01:03:42: Ja, ich glaube auch dieses lösungsorientierte Denken habe ich draußen auf der Baustelle gelernt.
01:03:47: Man muss auch immer sagen, was können wir von den handwerklichen Berufen lernen.
01:03:50: Da, wo's richtig kracht, werden Entscheidungen getroffen.
01:03:52: Da geht's ja auch nicht in der Theorie.
01:03:54: Bauma in der Theorien-Schallschrank.
01:03:56: Viel Spaß dabei.
01:03:57: Also, es muss ja eine Lösung
01:03:58: geben.
01:03:58: Hab ich nach Praxis nur ganz schlecht.
01:04:00: Ja,
01:04:00: genau.
01:04:01: Ja, aber das stimmt.
01:04:02: Ich nehm mir da immer viel aus dem Alltag mit.
01:04:04: Wenn's bei mir zu viel wird, hast du auch gefragt, was mach ich so, wie schaffe ich Inseln?
01:04:08: Ich geh dann raus.
01:04:09: Ich sag dann ganz konkret zu meiner Schwester, ich will jetzt auf eine Nachtbaustelle.
01:04:12: Und du sagst mir jetzt eine, wo ich hin darf.
01:04:14: Und dann gehe ich raus und unterhalte mich mit denen und darf manchmal auch mitarbeiten.
01:04:18: Es macht mir richtig Freude, weil einfach du siehst, was du schaffst.
01:04:21: Es ist ganz anders als die hundert E-Mails, die du am Tag verschickst.
01:04:24: Am Ende siehst du da so eine schöne ... So ein Kabel und es ist so richtig schön fest an der Wand montiert.
01:04:30: Ich sag das jetzt mal so auf Klardeutsch, gerade Linie und du denkst, die Schellen hab ich gemacht.
01:04:36: Da
01:04:36: gibt es manchmal auch richtige Künstler.
01:04:37: Also wenn du das geil gebaut hast, das hat ja auch was.
01:04:39: Das ist ja schon Kunst, wie manche Leute Kabel verlegen, anbringen.
01:04:42: Ich
01:04:42: hab einen Bauleiter Volker, der hat Kabelleitern, die sind groß schön.
01:04:45: Die sieht man nur leider nicht, die sind alle im oberen Bereich.
01:04:48: Sag mal, hast du ... Noch so eine Art Live-Hack.
01:04:50: Wir fragen ja immer nach einem Live-Hack oder nach so.
01:04:52: Gerne auch regeln, wie du quasi den Alltag besonders gut bewältigst und was man vielleicht für sich auch adaptieren kann.
01:04:57: Na, ich gedehren Zuversicht.
01:04:58: Das ist ein großes Thema auf jeden Fall.
01:05:00: Ich finde auch Mindset spielt eine Rolle, aber gibt es noch andere Sachen, die du als Unternehmerin gelernt hast, die du weitergeben kannst?
01:05:05: Ja, ich liebe die Kaffeemaschine.
01:05:07: Ich sag's ganz ehrlich, ich hab gar kein Büro im Moment bei LAT.
01:05:10: Ich setze mich ganz knallhart mit jedem Meeting bei uns in diese Kaffeemaschinen, in den Raum, wo die alle ihren Kaffee holen.
01:05:16: Weil manchmal ist in so einem Setting, was so ganz natürlich ist und wo jeder erst mal seiner Koffeinsucht nachkommt, das kurze Gespräch viel mehr wert als so ein Mitarbeitergespräch in irgendeinem Raum, wo sich keiner wohlfühlt.
01:05:27: Und deswegen, ich glaub, mein Lifehack ist nicht nur, weil ich Kaffee liebe, sondern auch weil ich dieses kurze Gespräch und diese Impulse schätze, die Kaffeemaschine.
01:05:35: Ich merk auch, du kannst Menschen lenken, wenn du weißt, was die bewegt.
01:05:38: Also ist vielleicht der zweite Punkt an der Kaffeemaschine rausfinden, was die Menschen um dich rum motiviert.
01:05:43: Weil eigentlich dreht sich ... Meistens alles nur Motivation.
01:05:47: Wenn Menschen bewegen willst, musst du wissen, was bewegt ihr.
01:05:50: An der Kaffeemaschine, auf der Baustelle.
01:05:52: Ja, ich kletter auch gerne in den Bagger rein, weil der Baggerfahrer sagt dir genau dann, wenn er sich wohlfühlt, was er braucht.
01:05:58: Nicht, wenn du dich wohlfühlst.
01:05:59: Das ist halt ein Faktion.
01:06:01: Aber ja, es ist im totalen Gegensatz zu dem, was Beratungsfirmen immer teuer verkaufen.
01:06:05: geht, an neue Orte, lockt ihr aus der Reserve, dann kommt ihr auf Ideen.
01:06:09: Glaub ich nicht, ich glaub, viel Kraft liegt in der Komfortzone.
01:06:13: Und die Kunst ist aber diese Kraft zu hebeln.
01:06:15: Also auch aus dem Trott und dahin, dass man kreieren kann.
01:06:18: Hast
01:06:18: du irgendwelche Regeln, nach denen du lebst, also feste Regeln?
01:06:22: Also ich habe Karin einen Glück, die mein Kalender verwaltet.
01:06:25: Ich hätte gerade gesagt, vergewaltigt, aber sie verwaltet mein Kalender und macht es sehr gut.
01:06:30: Ich bin nicht in der Lage, nein zu sein.
01:06:31: Ich bin darin so schlecht, dass ich mittlerweile mir einfach fürs Nein sagen.
01:06:37: Ich sage immer, ihr ist Superpower, es nein zu sagen.
01:06:40: Und es ist eine tolle Kollegin von mir, die dafür sorgt, dass ich regelmäßig nein sage und meinen Kalender nicht überfrachte.
01:06:45: Ja.
01:06:46: Und ich glaube, mir geht es richtig gut damit.
01:06:50: Also, ich weiß, mir geht es gut damit.
01:06:51: Ja, auch wenn du schlecht daran bist, nein zu sagen, es ist super, wenn du einen Gegenpart dazu hast, dass du auch ein bisschen Beschützen aufpasst, ist bei mir auch so.
01:06:57: Ich habe auch so einen Gegenpart, der auch sagt, Markus, dieser Tag ist unmöglich.
01:07:00: Ja, manche machen das ja auch mit Kalendli und da kann man ja auch einfragen, wann man verfügbar ist und so.
01:07:04: Für ich auch schön.
01:07:05: Egal wie, ich habe für mich gelernt, die Dinge, die ich nicht so gut kann, an Menschen abzugeben, die sie sehr gut können
01:07:10: und
01:07:11: funktionieren für mich.
01:07:13: Sehr, sehr schön.
01:07:14: Vielen, vielen Dank für dieses wahnsinnig coole, offene Gespräch.
01:07:18: Ich finde, das Thema ist gar nicht so einfach, was ihr macht.
01:07:20: Ihr seid aber typischer Mittelstand.
01:07:23: Ihr habt dieses Unternehmen einmal komplett transformiert aus einer echt miesen Situation heraus.
01:07:27: Also das persönliche Schicksal ist eine absolute Vollkatastrophe.
01:07:30: Dann kommen vier Schwestern.
01:07:32: Kommt da irgendwie so ein Bauerunternehmen rein, vorher komplett patriarchisch geführt.
01:07:36: Du eigentlich auf eigenen Karrierewegen auch unterwegs, aus einer Schwester, die schon da war, zehn Jahre lang als Assistenz, die quasi da die Beförderung irgendwie indirekt erhalten hat und auf dem Schlimmstmerk eigentlich den so gibt.
01:07:46: Geil, was ihr gebaut habt.
01:07:47: Also Glückwunsch, wirklich.
01:07:48: Das macht total viel Spaß zuzuhören.
01:07:50: Ich finde, du solltest noch viel, viel mehr machen.
01:07:52: Ab mit dir vor die Kamera.
01:07:53: Das ist wirklich wahnsinnig beeindruckend und macht Spaß.
01:07:56: Aber jetzt muss ich zuletzt noch eine Lanze für meine Schwester brechen.
01:07:59: Auch wenn mein Vater ihr nicht den Titel gegeben hat.
01:08:01: Die hat das Geschäft geführt.
01:08:02: Die war schon immer schlau darin, Entscheidungen zu lenken.
01:08:04: Das ist ihre Superpower.
01:08:06: Also da muss man schon sagen, Was auch immer die auf dem Papier waren, Wahrheit hat die unser Unternehmen schon auf die Zukunft vorbereitet.
01:08:12: Vielen Dank dafür nochmal, dass du das zum Schluss sagst.
01:08:15: Genau, es ist wirklich auch die Leute zu benennen.
01:08:18: die das gemacht haben, die auch für diese Phase wahnsinnig wichtig sind, auch dann eine klare Abgrenzung zu treffen.
01:08:22: Das ist dann meine Schwester für das operative Geschäft.
01:08:24: Wir haben irgendwann uns mal hingesetzt, haben gesagt, das sind die Rollen, die wir alle einnehmen wollen.
01:08:28: Ihr habt es wirklich großartig gelöst.
01:08:30: Es gibt zahlreiche Unternehmen, die genau in der Situation kaputt gegangen sind.
01:08:33: Das passiert jeden Tag.
01:08:34: Das ist auch völlig normal.
01:08:36: Also da auch ganz, ganz große Respekt, dass ihr es als Familien bekommen habt.
01:08:39: Wahnsinnig cool.
01:08:40: Tausend Dank, dass du hier warst.
01:08:41: Vielen Dank.
01:08:42: Ich fand das Gespräch super interessant.
01:08:43: Und ich hoffe auch, die, die zuhören, können irgendwas mitnehmen.
01:08:46: Oh, da bin ich mir ganz, ganz sicher.
01:08:48: Die, die zuhören, das seid ja ihr.
01:08:49: Ich hoffe, euch hat es genauso gut gefallen wie mir, aber da mache ich mir bei dem heutigen Podcast gar keine Sorgen.
01:08:54: Wenn dem so ist, dann zeigt es bitte über Kommentare, Likes und folgt auch unseren Kanälen.
01:08:58: Vergesst nicht, Mittwoch ist Mittlestarstag und ich wünsche euch eine erfolgreiche Woche.
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